Lausitzer
Rundschau 17.5.2008
Kleine Kahnfahrt mit Minister
Woidke eingeweiht
Neue Schlepziger Schleuse mit Sekt
begossen
«Es ist sehr romantisch» , sagt
Burkhard Henschelchen. «Und wir können mehr vom Dorf zeigen»
, fügt Ernst-August Lehmann an. Die beiden Schlepziger sind Gemeindevertreter
und Fährmänner. Mit Hafen-Pächter Andreas Krüger haben sie
gestern Nachmittag drei Kähne mit Politikern, Behörden- und Firmenvertretern
durch die Kleine Kahnfahrt gestakt. Diese neue Route «ermöglicht unseren
Gästen eine größere Auswahl, weil wir nun mehr Varianten für
die Touren anbieten können» , sagt Henschelchen.

Foto:
Roland Hottas
Fährmann Burkhard Henschelchen stakt Bürgermeisterin
Heike Noah und Minister Dietmar Woidke mit weiteren Gästen der Einweihung
der Kleinen Kahnfahrt durch die neue Hubtorschleuse an der Dammstraße. Der
Minister sagte, dass die Kleine Kahnfahrt «ein maßgeblicher Schritt
auf dem Weg zum Titel ,staatlich anerkannter Erholungsort ist.»
Der
Spreewald-Frauenchor hat gestern in Schlepzig eine kleine Wanderung bestritten.
Denn die Lübbener Sängerinnen traten am Hafen sowie an den beiden neu
gebauten Schleusen auf und das innerhalb einer guten Stunde. So lange dauert die
Tour durch die Kleine Kahnfahrt, die im Gegensatz zu den bislang von Schlepziger
Fährleuten angebotenen Touren durch das Dorf führt. Ermöglicht
wird das durch die neuen Bauwerke und das Ausbaggern des Freifließes. Das
insgesamt 993 600 Euro teure Projekt wurde mit EU- und Landesmittel in Höhe
von 745 200 Euro unterstützt.
Unter großen Schwarzerlen und Eichen
geht es an Gärten, Obstbaumwiesen, Scheunen, Hühnern, Kühen mit
Kälbern, großen Holzstapeln vorbei. Es sieht nicht alles picobello
aus, was durchaus seinen Reiz hat. Und wenn drei Kähne voller Politiker,
Unternehmer und Behördenvertreter gemeinschaftlich die Köpfe einziehen,
um sie sich nicht an Brücken zu stoßen, sorgt das natürlich für
Heiterkeit.
Spaß gab es auch an der neuen Hubtorschleuse. Denn diese
weihten Schlepzigs Bürgermeisterin Heike Noah und Brandenburgs Agrar- und
Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) ein, indem sie auf das Bauwerk mit Sekt anstießen
und mit diesem dann die Schleusenwände begossen.
Im Jahr 1996 sei das
Projekt Kleine Kahnfahrt mit den Fährleuten entwickelt worden, erinnerte
Heike Noah. Nun sei «eine kleine Attraktion entstanden, die einzige ihrer
Art in einem Unterspreewalddorf» . Sie sei sich sicher, dass die Schlepziger,
vor allem die Gewerbetreibenden, schon viele Ideen für die Nutzung der neuen
Möglichkeiten haben.
Auch Minister Woidke verwies darauf, dass das Projekt
eine «infrastrukturelle Maßnahme ist, die die Grundlage für die
weitere Entwicklung der Gewerbetreibenden bildet, was wiederum der Gemeinde, der
Region, dem ganzen Spreewald zugute kommt» . Den Touristen würden neue
Ziele erschlossen.
Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine bezeichnete die Kleine
Kahnfahrt als zukunftsweisend. Denn mit ihr werde «der Kahntourismus als
wichtigste Einnahmequelle in der Gemeinde gestärkt. Andererseits werden die
sensiblen Naturbereiche des Unterspreewaldes entlastet.»
Info zum Thema
Für Fische und Kanus
Während an der Hubtorschleuse an der Dammstraße
auch Paddelboote und Kanus geschleust werden müssen, ist das an Poßlings
Eckchen nicht nötig. An der dortigen Stemmtorschleuse ist ein Borstenfischpass.
Er hilft nicht nur den Fischen, das Gefälle von etwa 40 Zentimetern zu überwinden.
Denn stromabwärts können Kanus und Paddelboote durch den Pass hindurchfahren.
Stromaufwärts können sie über die Borsten aus Plastik, über
die das Wasser plätschert, gezogen werden.
Lausitzer
Rundschau 14.5.2008
Zwei neue Schleusen und eine Brücke
ermöglichen Tour durchs Dorf
Schlepzigs Kleine
Kahnfahrt wird eingeweiht
Ein Jahr lang hat der Bau
der Kleinen Kahnfahrt in Schlepzig gedauert. Am Freitag um 13 Uhr wird sie eingeweiht.
993 600 Euro hat das Projekt gekostet, informiert Michaela Schudek, Bauamtsleiterin
des Amtes Unterspreewald. Davon seien 745 200 Euro Fördermittel. Den Rest
habe die Gemeinde mit Hilfe von Krediten aufgebracht.

Foto:
Roland Hottas
An der Dammstraße verbindet jetzt eine Schleuse das Freifließ
mit der Hauptspree.
«Die Anlage ist wunderschön geworden»
, sagt Michaela Schudek an der neuen Hubtorschleuse an der Dammstraße. Wo
bislang nur ein Rohrdurchlass Freifließ und Hauptspree verbunden habe, ermögliche
das Bauwerk nun Kahn- und Paddelbootfahrten. Dank des Ersatzneubaus an «Poßlings
Eckchen» könnten etwa einstündige Kahntouren durch den Ort unternommen
werden. Dafür seien auch in der Dammstraße eine Brücke gebaut,
Fließe ausgebaggert, Bäume gefällt und Kabel verlegt worden.
Vor
Pfingsten ist der Bauamtsleiterin Michaela Schudek zufolge die Abschlussbesprechung
für das Vorhaben gewesen. Einige Reparaturen seien in diesen Tagen noch auszuführen.
Ebenso soll eine bessere Beschilderung für die Bedienung der Schleuse angebracht
werden. «Weltbewegende Baumängel wurden nicht festgestellt» ,
sagt Michaela Schudek.
An beiden neuen Schleusen seien zudem Anlegestege gebaut,
Bäume und Sträucher gepflanzt worden. Das alte, laut Bauamtsleiterin
nicht mehr sanierungsfähige Bauwerk an «Poßlings Eckchen»
, bleibe «als kleines technisches Denkmal, das in Eigeninitiative errichtet
worden war, erhalten» . Seine Schleusentore seien festgeschweißt worden.
Ursprünglich
sollte das Projekt bereits ab dem Jahr 2006 realisiert werden. Jedoch war das
Ergebnis der Ausschreibung wesentlich höher ausgefallen als geschätzt.
Erst ein zweiter, Anfang April 2007 durch das Amt für ländliche Entwicklung
erteilter Fördermittelbescheid sowie die Entscheidung der Gemeindevertretung,
dass der finanzielle Anteil der Kommune dementsprechend erhöht wird, waren
der Startschuss für die Umsetzung des Vorhabens.
Info zum Thema Mit Problemen
Am
2. Mai 2007 haben die Bauarbeiten an der Kleinen Kahnfahrt begonnen. Bereits Ende
Mai mussten sie am ersten Bauabschnitt in der Dammstraße unterbrochen werden,
da es Probleme mit der Materiallieferung gab. Daher wurde eher als geplant mit
dem zweiten Bauabschnitt an «Poßlings Eckchen» begonnen. Die
neue Brücke an der Dammstraße wurde zu Beginn dieses Jahres für
den Verkehr freigegeben. Im Winter war ein Großteil des Vorhabens vollbracht.
Hauptauftragnehmer war die Lübbener Landschafts- und Straßenbaufirma
Jung.
Von Dörte Hellwig
Touristinfo
Unterspreewald besteht Prüfung
Rote i-Marke
erfolgreich verteidigt
Die Touristinformation in Schlepzig
hat ihr rotes «i» auf der Grundlage neuer, umfassenderer Qualitätsansprüche
des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) verteidigt. «Das ist ein Gütezeichen,
mit dem wir uns deutschlandweit nicht zu verstecken brauchen» , sagt Karin
Kappus, von der Unterspreewälder Einrichtung.

Foto:
Jens Golombek
Hat sich schon eine gut sichtbare Stelle für die rote Hinweistafel
ausgeguckt: Karin Kappus von der Touristinformation im Schlepziger Bauernmuseum.
Das
rote «i» ist ein vom DTV vergebenes Qualitätszeichen. Schon für
die reine Antragstellung des neuen roten «i» für Schlepzig mussten
15 Grundkriterien des DTV wie tägliche Öffnungszeiten, kostenlose Unterkunftsinformationen
oder englische Sprachkenntnisse erfüllt werden, erklärt Karin Kappus.
Daraufhin erhielten die Schlepziger unangemeldeten Besuch eines Gutachters, der
40 weitere Punkte zu seiner Zufriedenheit prüfte.
Ich bin sehr stolz,
dass wir dieses Ausstattungs-, Leistungs- und Qualitätsniveau mit nur einer
Personalstelle erreicht haben, freute sich Karin Kappus. Bei Engpässen
unterstützen sie und Museumsleiterin Sabine Kamprad sich gegenseitig. Die
Freude über die Sendung war natürlich sehr groß. Die haben aus
Bonn sogar Schrauben und Dübel für die Plakette mitgeschickt, das fand
ich sehr nett. Das Zertifikat wurde sofort an der Wand des gemeinsamen Büros
aufgehängt. Bis April 2011 darf nun in Schlepzig mit dem geschützten
i geworben werden.
Unsere Gäste sehen jetzt schon von
weitem an der großen roten Tafel, dass sie hier gut und kompetent beraten
werden, ist sich Karin Kappus sicher. Sieben dieser ausgezeichneten Anlaufpunkte
würden Urlauber nun im Spreewald finden. Die grünen Pendants würden
hingegen nicht auf eine Zertifizierung hinweisen.
Ich denke, dass wir
damit für die Zukunft gewappnet sind, denn es ist ja auch für die Gemeinde
ein besonderes Aushängeschild, so die Touristikerin. Die Bürgermeisterin
hat uns dazu als allererste ihre Glückwünsche übermittelt.
Ich
habe mich sehr darüber gefreut, dass die Tourismusinformation Schlepzig den
Kriterienkatalog der i-Marke des Deutschen Tourismusverbandes erfüllen konnte,
sagte Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine. In Anbetracht der Größe
und der Mittel, die der Tourismusinformation zur Verfügung stehen, kann man
den Mitarbeitern nur ein großes Lob aussprechen, dass sie dies erreicht
haben. Selbstverständlich freue sich auch die Gemeindevertretung, die
den Prozess der Zertifizierung stets unterstützt habe.
Info zum Thema
Wiedererkennungseffekt
Die örtlichen Touristinformationsstellen sind laut
DTV bei der Urlaubsplanung und während des Ferienaufenthaltes für einen
Gast oft die wichtigsten Anlaufpunkte. Ziel der «i» -Marke sei es,
deutschlandweit ein einheitliches und zeitgemäßes Qualitätssiegel
für Touristinformationen zu etablieren. Das Vertrauen der Gäste in das
i-Zeichen soll gestärkt und der Wiedererkennungswert erhöht werden.
von
Jens Golombek
Aktuelle Vorhaben des Gewässerprojekts
im Spreewald
Lübben. Der Altarm-Anschluss des
Puhlstroms ist zwar für Gewässerrandstreifen-Projektmanagerin Dr. Christine
Kehl «eine der schönsten Maßnahmen» , aber sie ist nicht
die einzige.
Manche sind schon abgeschlossen, folgendes
soll in demnächst gestemmt werden:
# Janks Buschfließ im Oberspreewald
wird revitalisiert. Damit soll ein ökologisch durchgängiges Fließ
geschaffen werden samt Anschluss an das Hauptgewässer. Ende Mai wird das
Vorhaben schon abgeschlossen sein.
# An der Stauabsenkung Süd im Oberspreewald
soll das ursprüngliche Gewässersystem wieder hergestellt werden. Dem
geht zunächst ein Feldversuch voraus. Umgesetzt werden wird das Projekt ab
2009.
# Am Staugürtel IV im Hochwald ist geplant, den Biotopverbund zu
verbessern. Einzelne Bauwerke sollen vorgezogen bearbeitet, das ganze aber erst
ab Mitte September konkret werden.
# Die Wasserverhältnisse am Lehmannstrom
im Unterspreewald müssen verbessert werden. «Das sieht schon ganz prima
aus» , sagt Anne Röver. Die bisher umgesetzten Maßnahmen werden
jetzt beobachtet, ehe eventuell noch eine Profileinengung am Fließ «Schnelle
Kathrin» folgt.
# Die Kaatschspree soll wiederbelebt werden, allerdings
ist ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Mit der Umsetzung wird 2010 gerechnet.
#
Die Untere Wasserburger Spree wird revitalisiert. Umsetzungsziel ist 2009/2010.
#
An der Wasserburger Spree sollen außerdem Altarme angeschlossen werden.
Mit dem Baubeginn wird noch in diesem Jahr gerechnet.
# Die Forstgräben
Hartmannsdorfer Busch und Kriegbusch sowie die Kopelna und Alte Wasserburger Spree
sollen ökologisch durchgängig werden. Den Umbau des Wehrs Kopelna will
das Landes umweltamt übernehmen.
# Westlich von Schlepzig werden Altgewässer
angeschlossen, darunter «Pielchens Lachen» .
# Bereits abschlossen
sind Arbeiten an der Hauptspree, darunter ein Altarmschluss, Sohlschwellen und
Uferstrukturverbesserungen. Auch der Biotopverbund am Umgehungsgerinne Schiwanstrom
sei verbessert worden, geht aus Unterlagen des Gewässerrandstreifenprojekts
hervor. Jetzt sollen alle Maßnahmen weiter beobachtet werden, um einschätzen
zu können, wie sie sich bewähren. Abgeschlossen sind auch bis auf Restleistungen
die Arbeiten am Altarm anschluss des Puhlstroms. (is)
Lausitzer
Rundschau 18.4.2008
Altarm wurde angeschlossen / Den
Zweckverbandsmitgliedern Maßnahmen vorgestellt
Der
Puhlstrom hat ein neues Gesicht
Nein, dies ist nicht
das Wetter, das man sich für eine Kahnfahrt wünscht: Fünf Grad
und Regen. Dr. Christine Kehl strahlt dennoch, als sie sich ihre Handschuhe überzieht:
Der Termin mit den Mitgliedern des Zweckverbands, bei dem die Managerin den Fortgang
der Projekte darlegen will, war schwierig genug zu organisieren. Persönlich
in Augenschein nehmen wollen sie dabei den Altarmanschluss am Puhlstrom, eine
der Vorzeigemaßnahmen des millionenschweren Projekts.
Projektmanagerin
Dr. Christine Kehl wärmt sich mit Kaffee.Vom Kahn aus waren die Veränderungen
am Puhlstrom besonders gut zu beobachten. Die Mitglieder des Zweckverbands Gewässerrandstreifenprojekt
(vorn links: OSL-Landrat Georg Dürrschmidt (CDU), LDS-Landrat Stephan Loge
(SPD), dahinter Beigeordneter Carl-Heinz Klinkmüller (CDU) des Landkreises
Dahme-Spreewald) vor der neuen Brücke, die nach dem Altarm-Anschluss auf
die bewirtschaftete Fläche führt. Kerstin Bürger, Mitarbeiterin
des Projekts, zeigt auf die neu entstandene Insel.Ein neu entstandener Fischpass
zu einem Forstgraben, daneben ein Haufen Totholz. «Das wird ein Schandfleck»
, befürchteten einige Mitfahrer. «Das begrünt sich schneller,
als man denkt» , widersprach Christine Kehl.Anne Röver vom Gewässerrandstreifenprojekt
erklärte den Mitgliedern des Zweckverbandes, was gemacht wurde. Sie erwähnte
unter anderem die Uferentfesselung, bei der man große Flusssteine entfernt
hat, damit sich das Gewässer seinen eigenen Weg suchen kann.
Vize-Landrat
Carl-Heinz Klinkmüller ist gut aufgelegt, als er an der Einstiegstreppe steht
und auf den Kahn wartet. Er trägt das Körbchen mit der Verpflegung:
Heißer Tee und Kaffee sowie eine großzügige Kuchenplatte sollen
die warme Büroluft gewöhnte Menschen während der kalten Fahrt bei
Laune halten.
Als alle versorgt sind, informiert Anne Röver vom Management
des Gewässerrandstreifenprojekts über die Vorhaben, die die Macher zurzeit
auf Trab halten. Einige Teilmaßnahmen, die an mehreren Stellen im Ober-
und Unterspreewald umgesetzt beziehungsweise geplant werden, können auch
am Puhlstroms besichtigt werden.
«Hier» , unterbricht Christine
Kehl, «langsamer» , bittet sie den Kahnfährmann. Der Kahn biegt
in den ehemaligen Puhlstrom-Altarm ein, der jetzt die Hauptroute bildet. Damit
ist das Gewässer um ein paar hundert Meter verlängert worden
eines der wichtigsten Mittel, um Wasser länger im Spreewald zu halten, führt
Christine Kehl aus. Und dies wiederum sei eines der Hauptziele des Gewässerrandstreifenprojekts,
über das rund 12,3 Millionen Euro Fördermittel in den Spreewald gepumpt
werden.
Schilder sind aufgestellt worden für diejenigen, die den Wasserweg
benutzen, denn statt geradeaus fahren sie jetzt um eine steilere Rechts-, dann
um eine langgezogene Linkskurve, bis der Ex-Altarm wieder auf den geraden Verlauf
trifft.
Aus dem ist ein Stillwasserbereich mit Überlauf geworden, ein
Lebensraum, wie ihn zum Beispiel der seltene Bitterling braucht. Nicht nur an
dieser Stelle seien damit wichtige ökologische Voraussetzungen geschaffen
worden, führt Christine Kehl aus, ein zweites Hauptziel des Projekts. Mehr
als 1000 Kubikmeter Schlamm sind außerdem aus dem ehemaligen Altarm herausgeholt
worden.
Während der Kahn weiterfährt, sind dunkelbraune Ufer zu begutachten,
teilweise schon deutlich unterspült. «Uferentfesselung» nennt
sich das, was dem Puhlstrom erlauben soll, sich Stück für Stück
seinen eigenen Weg zu suchen. Dies sei eine der Maßnahmen, die unter den
Flächenbesitzern noch immer sehr kritisch gesehen werden, gesteht Anne Röver
ein. Daher habe man sie an den Ufern des Puhlstroms nicht so häufig durchführen
können wie eigentlich geplant. Denn das Projekt ist auf die Zusammenarbeit
mit den Flächenbesitzern und -bewirtschaftern angewiesen. Um deren Verständnis
für das Naturschutzvorhaben zu wecken, wurde darum zu Beginn der Planungen
ein Moderationsverfahren durchgeführt.
Für die Flächenbewirtschafter
ist in diesem Fall sogar ein Bauwerk hergestellt worden, eine 180 000 Euro teure
Brücke, die auf die vier Hektar große Insel führt, die durch den
Altarm-Anschluss entstanden ist. «Wir wollten die Fläche ursprünglich
kaufen» , so Christine Kehl, «aber daraus wurde nichts» . Daher
die Brücke.
Wenige Meter weiter macht ein Fischpass auf sich aufmerksam,
ein Durchstich zu einem Forstgraben, der anders als der eigentliche Durchlass
von Fischen und Amphibien überwunden werden kann. Große Steine
liegen in einem sanft ansteigenden Kiesbett, über das das Wasser sprudelt.
Ein wenig sieht es aus wie in einer idyllischen Gebirgslandschaft, wäre da
nicht der große Haufen Totholz direkt daneben. Der Anblick erfreut die Zweckverbandsmitglieder
weniger. «Das wird ein Schandfleck» , sagt einer. «Abwarten»
, entgegnet Christine Kehl, «der begrünt sich schneller als man denkt.
Und wenn nicht, räumen wir ihn eben weg.»
Auf der Rückfahrt
passieren die Insassen ein letztes Teilprojekt: Kurz vor Leibsch ist eine Sohlschwelle
im Flussbett aufgeschüttet worden. Auch sie soll die Fließgeschwindigkeit
des Wassers erhöhen. Und: «Wir wollen nicht, dass das ganze Sediment
am Wehr oder gar im Neuendorfer See hängenbleibt» , begründet
Christine Kehl. Für die Fließbefahrer ist extra ein Warnschild aufgestellt
worden, denn von oben ist die Sohlschwelle nicht sichtbar. Und auch die Fließbefahrer
müssen sich an das neue Gesicht des Puhlstroms erst gewöhnen.
Von
Ingvil Schirling

Foto: Ingvil Schirling
Projektmanagerin Dr. Christine
Kehl wärmt sich mit Kaffee.Vom Kahn aus waren die Veränderungen am Puhlstrom
besonders gut zu beobachten. Die Mitglieder des Zweckverbands Gewässerrandstreifenprojekt
(vorn links: OSL-Landrat Georg Dürrschmidt (CDU), LDS-Landrat Stephan Loge
(SPD), dahinter Beigeordneter Carl-Heinz Klinkmüller (CDU) des Landkreises
Dahme-Spreewald) vor der neuen Brücke, die nach dem Altarm-Anschluss auf
die bewirtschaftete Fläche führt. Kerstin Bürger, Mitarbeiterin
des Projekts, zeigt auf die neu entstandene Insel.Ein neu entstandener Fischpass
zu einem Forstgraben, daneben ein Haufen Totholz. «Das wird ein Schandfleck»
, befürchteten einige Mitfahrer. «Das begrünt sich schneller,
als man denkt» , widersprach Christine Kehl.Anne Röver vom Gewässerrandstreifenprojekt
erklärte den Mitgliedern des Zweckverbandes, was gemacht wurde. Sie erwähnte
unter anderem die Uferentfesselung, bei der man große Flusssteine entfernt
hat, damit sich das Gewässer seinen eigenen Weg suchen kann.
Lausitzer
Rundschau 4.4.2008
Altarm
bei Schlepzig soll wieder Fließe verbinden
«Pielchens
Lachen» bleibt kein Wurmfortsatz
Schlepzig.
Im Rahmen des Gewässerrandstreifenprojekts Spreewald soll «Pielchens
Lachen» wieder ein Fließgewässer werden. Die Gemeindevertretung
Schlepzig stimmte dem Vorhaben mehrheitlich zu. Laut Beschlussvorlage ist die
Realisierung des Vorhabens im Herbst dieses Jahres geplant.
Bei
«Pielchens Lachen» handelt es sich «sozusagen um einen Wurmfortsatz
des Schiwanstroms westlich von Schlepzig» , sorgte Michaela Schudek, Bauamtsleiterin
des Amtes Unterspreewald, für Erheiterung während der Beratung der Gemeindevertreter.
Das war das 240 Meter lange Fließ nicht immer. Vielmehr verband es einst
den Schiwanstrom mit dem Zerniasfließ, ist den Unterlagen für das Projekt
zu entnehmen. Aber der Abzweig am Zerniasfließ wurde verfüllt. Dort
kreuzt nun ein durch die Landwirtschaft genutzter Weg den Altarm.
Vorgesehen
ist nun, «Pielchens Lachen» wieder an das Zerniasfließ anzuschließen
und damit als Fließgewässer zu reaktivieren. Dabei soll der Weg durch
eine Furt ersetzt werden. «Bei einem geplanten Wasserstand von circa 0,25
bis 0,30 Meter auf dem Fahrstreifen der Furt sind Viehtrieb und Durchfahrt problemlos
möglich.» Diese Wassertiefe ermögliche auch Organismen zu wandern.
Da in dem Bereich keine Winterstaus vorgesehen seien, sei die Furt auch in der
kalten Jahreszeit befahrbar.
Als notwendig wird zudem in der Planung dargestellt,
dass «Pielchens Lachen» entschlammt und von Totholz befreit werden
muss.
Die Kosten für den Wiederanschluss des Altarms werden mit 43 000
Euro angegeben, etwa die Hälfte davon für eine Baustraße. Denn
von der Landstraße führe zwar ein unbefestigter Wiesenweg bis zum künftigen
Standort der Furt. Aber von dort bis zur Einmündung des Altarms in den Schiwanstrom
sei es notwendig, eine Baustraße anzulegen, die dann wieder rückgebaut
werden soll.
Sie ist der Stein des Anstoßes an dem Vorhaben für
den Schlepziger Gemeindevertreter Uwe Neumann. «Dafür sollen 360 Quadratmeter
Strauchwerk gerodet und zwei Bäume gefällt werden? Das ist, als wenn
mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird.» Er stimmte daher dem Vorhaben
nicht zu. Bauamtsleiterin Michaela Schudek schlug deshalb und weil noch weitere
Vorhaben bei Schlepzig in Angriff genommen werden sollen vor, Projektmanagerin
Dr. Christine Kehl zu einer Sitzung der Schlepziger Gemeindevertretung einzuladen.
(dh)
Lausitzer
Rundschau 3.4.2008
Gemeindevertreter beschließen
Haushalt 2008
Schlepzig plant Straßenausbau
Schlepzig.
Die Gemeindevertretung von Schlepzig hat während ihrer jüngsten Sitzung
den Haushaltsplan für dieses Jahr einstimmig beschlossen. Er umfasst rund
988 400 Euro und ist in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen.
Mit
ihrem Beschluss haben die Abgeordneten auch entschieden, dass in diesem Jahr die
Alte Lübbener Straße ausgebaut werden soll. 30 000 Euro sind dafür
laut Sieglinde Standfuß, Kämmerin des Amtes Unterspreewald, vorgesehen.
Als
weitere Eckpunkte des Vermögenshaushaltes, aus dem Investitionen finanziert
werden, nannte sie aus dem vergangenen Jahr in das diesjährige Zahlenwerk
übernommene 95 000 Euro für den Bau der Kleinen Kahnfahrt, weitere 10
000 Euro für die Planung von Bauarbeiten für die Kita sowie 8000 Euro
für die Anschaffung von Möbeln für die Kindereinrichtung.
Als
große Posten im Verwaltungshaushalt listete Sieglinde Standfuß unter
anderem die Zuschüsse für das Bauernmuseum in Höhe von 20 500 Euro,
für die Kita (30 000 Euro) und den Tourismus (knapp 16 000 Euro) auf. Aus
letzterer Position fließe der Großteil der Mittel in die Touristinformation
Unterspreewald in Schlepzig. Laut Kämmerin sind 18 000 Euro für Unterhaltungsmaßnahmen
an Brücken, Stegen, Gehwegen und Straßen eingeplant.
Um all das
finanzieren zu können, sei ein Griff in die Reserve in Höhe von 69 000
Euro notwendig, erklärte Sieglinde Standfuß. Das schätzte sie
jedoch nicht als Problem ein. Denn im vergangenen Jahr sei ein Überschuss
von knapp 99 000 Euro erwirtschaftet worden, der in die Rücklage geflossen
sei.
Abgeordneter Uwe Neumann regte als Grundlage für künftige Entscheidungen
an zu prüfen, ob von den touristischen Anbietern der Zuschuss der Gemeinde
für die Touristinformation als ausreichend angesehen wird «und ob wir
mit dem eingesetzten Geld möglicherweise die Effizienz steigern können»
.
Zurzeit hat die Gemeinde Schlepzig Sieglinde Standfuß zufolge 221 000
Euro Schulden. Diese resultierten vor allem aus den Altschulden für Wohnungen
sowie Krediten, die unter anderem für die Modernisierung der Bergstraße
und für den Bau der Kleinen Kahnfahrt aufgenommen wurden. (dh)
Lausitzer
Rundschau 2.4.2008
Umsetzung des Projekts hängt
von Fördermitteln ab
Schlepzig soll mit Licht
in Szene gesetzt werden
Blauer Nebel wabert um den
Weidendom. Eine Wiese zwischen schwarzen Erlen schimmert wie im Licht des Vollmondes,
obwohl der gar nicht scheint. Leuchtdioden erhellen in der Dunkelheit einen Steg,
ohne ihn in gleißendes Licht zu tauchen. Derartige Bilder beschrieb Jens-Hermann
Kleine, Direktor des Amtes Unterspreewald, während der Sitzung der Schlepziger
Gemeindevertreter. Denen gefiel die Vorstellung, und sie stimmten zu, dass das
Vorhaben «Kahnhafen Schlepzig Gestaltung mit Licht» realisiert
werden soll. Bedingung ist allerdings, dass Fördermittel fließen.
Der
Stromversorger enviaM wolle Kommunen bei der Gestaltung mit Licht unterstützen,
erklärte Jens-Hermann Kleine, wie der vorliegende Entwurf für Schlepzig
entstand. Dabei habe das Unternehmen zwar eher einzelne Gebäude im Blick,
«aber wir sagten, dass wir nicht nur ein Haus in Szene gesetzt haben wollen,
sondern wenigstens den Teil eines Ortsbildes» . Ein Treffen mit einer Lichtdesignerin
an Ort und Stelle folgte. Ganz bewusst, so Kleine, habe die Amtsverwaltung dabei
den Kahnhafen auf einer kommunalen Liegenschaft für die Illumination vorgeschlagen.
Nun
liege der Entwurf vor, den der Stromversorger gemeinsam mit der Lichtarchitektin
Anke Augsburg erarbeitet habe und der die Gemeinde keinen Cent koste, betonte
Kleine. Er hob auch hervor: Eine derartige Gestaltung «hat kein anderer
Ort im Spreewald» .
Rund um
den Hafen
Neben dem Kahnhafen sind für die Lichtgestaltung als Schwerpunkte
die Mühlenschleuse, der Steg zum Hafen und der Weidendom vorgesehen. Kleine
kann sich aber vorstellen, dass das Projekt «möglicherweise noch ausgebaut
wird, wenn es den Einwohnern und den Touristen gefällt» .
Die Beleuchtung
soll «angemessen und umweltverträglich in die Landschaft» integriert
werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Eingesetzt wird laut Kleine energieeffiziente
Technik wie Leuchtdioden. Eine entsprechende Frage vom Abgeordneten Uwe Neumann
nach den Folgekosten beantwortete Kleine mit der Auskunft: «Deutlich weniger
als 1000 Euro im Jahr.» Für die Realisierung des Vorhabens werden die
Kosten auf rund 34 000 Euro geschätzt.
«Wir haben jetzt einen Entwurf.
Den können Sie in die Schublade packen» , sagte Amtsdirektor Kleine
den Abgeordneten, «oder sie sagen: Wir wollen das angehen. Dann wird Detailschärfe
in das Vorhaben gebracht.»
Die Reaktionen, die der Entwurf in der Runde
der Gemeindevertreter hervorrief, ähnelten sich: «Schön, prima,
hört sich gut an» , sagte Uwe Neumann. «Toll» , fasste
sich Dr. Torsten Römer kurz. «Die Sache ist top» , fügte
Steffen Miether an. Die Abgeordneten sagten aber auch, welche Fragen bei der weiteren
Planung beantwortet werden müssten: Uwe Neumann sprach die Abstimmung mit
dem Biosphärenreservat an und, weil auch private Grundstücke betroffen
sind, eine entsprechende Aufteilung der Folgekosten. Ernst August Leh mann gab
das Stichwort «Vandalismus» . Steffen Miether forderte, dass der jetzt
abgesteckte Finanzrahmen nicht in Größenordnungen gesprengt wird. Immerhin
werde derzeit auch über den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses diskutiert,
in dem Kita und Feuerwehr ihre neuen Domizile finden sollen.
Nur
mit Zuschuss
Mit einer Enthaltung stimmte die Gemeindevertretung dem Projekt
zu. Sie folgte dabei auch der Empfehlung der Amtsverwaltung, dass es nur dann
verwirklicht wird, wenn es einen Zuschuss in Höhe von etwa 27 000 Euro gibt.
Dieser könnte durch das europäische Förderprogramm Leader fließen,
mit dem die Kombination von kommunalen und privat-wirtschaftlichen Vorhaben unterstützt
wird. Angestrebt wird eine Realisierung im nächsten Jahr.
von
Dörte Hellwig
Das Beleuchtungskonzept:
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Als
der Himmel über dem Spreewald brannte
Osterfeuer
locken trotz Sprühregen allerorts ins Freie
Von
Frank Selbitz
Region. Glutrot
erleuchtet war der Himmel über dem Spreewald, als am Gründonnerstag
und Samstag vor Ostern in vielen Spreewalddörfern die Osterfeuer loderten.
Von Neuendorf bis Schlepzig, von der Lübbener Three Oak Ranch
bis Caminchen, zog es trotz langanhaltenden Sprühregens die Spreewälder
und ihre Gäste an die Osterfeuer.
Petrus
scheint es mit uns nicht gut zu meinen, stöhnte Lübbens stellvertretender
Stadtbrandmeister am Samstagabend, als die Kameraden der Lübbener Wehr ihr
traditionelles Osterfeuer entzündeten. Im letzten Jahr mussten wir das Osterfeuer
wegen Trockenheit und der damit verbundenen Waldbrandgefahr kurzfristig absagen
und diesmal versinken wir fast im aufgeweichten Boden.
Doch
trotz des den gesamten Tag anhaltenden Sprühregens lockte das diesjährige
Osterfeuer auf der Lübbener Three Oak Ranch wieder über
tausend Lübbener. Zeit zum Quatschen, nannte Annett Meier die
Freude auf das Feuer und viele andere, die in diesem Jahr aufgrund des ungemütlichen
Wetters näher an die Flammen gerückt waren, sahen es ähnlich.
Schon
beim freien Blick auf Schlepzig hinter dem Börnichener Forst sah man die
dicken Rauchschwaden des Osterfeuers in der Unterspreewaldgemeinde in den Himmel
steigen, während das Rot der Flammen zu den Wolken züngelte. Der Weidendom
Arena Salix gab die mystische Kulisse für das Osterfeuer hinter
der Spreewälder Brauerei. Über einhundert Hotelgäste und Schlepziger
hatten sich auf die aufgeweichte Wiese gewagt und genossen das Lodern der Flammen
bei Live-Musik von Ecki & Bertianern. Der zweijährige Simon,
der erstmals mit Mutti gemeinsam am Feuer stand, war ganz aufgergt und rief lauthals:
Mutti, es brennt. Schmunzelnd nahmen es Anja und Torsten Römer
zur Kenntnis und freuten sich über die lobenden Worte betreffs der lockeren
und ungezwungenen Atmosphäre bei Glühwein und Osterwasser.

Passend
gekleidet waren auch in Schlepzig die Besucher des Osterfeuers in wetterfester
Kleidung, mit Schlapphut und Gummistiefeln, wobei Burkhard Henschelchen mit der
Bemerkung, ob hier die Vorbereitungen für einen nächtlichen Angelausflug
laufen die Lacher auf seiner Seite hatte. Doch nicht zum Angelausflug, sondern
ins Brauhaus zog schließlich die Schar der Zuschauer unter den Klängen
von Go matching in in einer Polonaise hinter den Musikern ins Trockene.
Glücklicher
schätzten sich die Veranstalter der Osterfeuer am Gründonnerstag. Obwohl
auch ihr Blick stets zum Himmel ging, hielt Petrus die Himmelstüren geschlossen
und sogar der Vollmond blinzelte manchmal verstohlen durch die Wolkenlücken
hindurch. In Steinkirchen an der alten Jägerbadeanstalt traf man sich um
bis in die frühen Morgenstunden zusammen zu sitzen. Aber auch am Lübbener
Ortsausgang der verlängerten Feldstraße loderte das Osterfeuer. Eigentlich
ist es immer angenehm, wenn man zu Ostern erstmals nach den langen Winterabenden
gemeinsam mit den Nachbarn am Feuer sitzt, meinte Sandy Miras, doch
diesmal war der Winter kein Winter und dafür muss man sich zum Osterfeuer
warm anziehen. Doch die Lübbener Boutique-Besitzerin und ihren Ehemann
Heiko hielt das Wetter, wie auch viele andere Gäste, nicht davon ab, bis
in die Morgenstunden am Osterfeuer zu sitzen.
Klein,
aber fein, so Neuendorfs Ortsbürgermeister Hartmut Wedekind. Schließlich
haben wir nur 191 Einwohner und entsprechend muss das Osterfeuer auch kleiner
ausfallen, ist Wedekind überzeugt. Dass dies aber nichts mit der Gemütlichkeit
zu tun hat, ergänzt seine Ehefrau. Wir feiern in Neuendorf etwas anders
als in Lübben, ergänzt sie, während sie die Wärme des
Feuers an der Lübbener Three Oak Ranch auch am Samstag vor Ostern
genießt und mit Bekannten und Freunden bei einem Becher Glühewein die
Vorosterzeit ausklingen läßt.
11.03.2008
Lausitzer Rundschau
140 Frauen erleben erste Nacht
der Mode
Hobby-Models schreiten über Schlepziger
Laufsteg
Mit ihrer Idee, am Frauentag Modisches in
einem unterhaltsamen Rahmen zu präsentieren, haben die Veranstalter der ersten
Mode-Nacht in Schlepzig offenbar den Geschmack vieler Frauen in der Region getroffen.
Rund 140 Damen erlebten im Gasthaus Zum Unterspreewald in Schlepzig
die erste Nacht der Mode.

Foto:
Keilbach
Tragbare Mode für den Alltag bekamen die Zuschauerinnen im Saal
während der Schlepziger Mode-Nacht zu sehen.
Jugendliebe bringt,
den Tag wo man beginnt, singt Kathrin Jantke im Saal des Gasthauses Zum
Unterspreewald und bringt die große Frauenrunde an den Tischen in
Stimmung. Mit Schlagern aus mehreren Jahrzehnten sorgt die Sängerin in Abwechslung
mit der flotten Präsentation modischer Ideen für das Frühjahr und
den Sommer für einen anregenden unterhaltsamen Abend.
Eingebettet in ein
stimmungsvolles musikalisches Programm präsentierten zehn Hobby-Models eine
vielfältige Palette tragbarer Mode für den Alltag. Sportliche Modelle
konnten die Zuschauerinnen ebenso betrachten wie ansprechende Kombinationen, die
mit unaufdringlicher Eleganz glänzten, aber durchaus bequem zu tragen sind.
Es
macht total Spaß, bei so einer Modenschau dabei zu sein, erzählt
Ines Krüger aus Schlepzig. Es ist ihre dritte Modenschau, bei der sie Hosen,
Blazer, T-Shirts, Blusen und Weiteres aus der in Astrid Lehmanns Schlepziger Geschäft
angebotenen Kollektion präsentiert. Es ist immer aufregend und spannend,
in die Gesichter der Zuschauer zu sehen und abzulesen, wie das ankommt, was ich
zeige, erklärt Ines Krüger, was an diesem Hobby begeistert. Spürbar
ist während der Mode-Nacht, wie sich die Freude der Hobby-Models an ihren
Auftritten auf das Publikum überträgt.
Der Abend ist sehr abwechslungsreich
gestaltet, urteilt Inge Lehmann. Gekommen sei sie, weil sie sich für
Mode interessiere und Anregungen holen wolle. Unter den vorgeführten Modellen
habe sie auch schon etwas für sich entdeckt, der Marine Look hat mir
gut gefallen, ergänzt die Schlepzigerin. Die Frauentagsfeier mit einer
Modenschau zu verknüpfen, diese Idee hat auch eine Gruppe Frauen aus Groß
Radden nach Schlepzig geführt. Die dänische Mode hat uns gefallen,
denn die Sachen kann man wirklich jeden Tag anziehen. Es ist etwas anderes, als
man sonst in den Geschäften sieht, schätzt Petra Müller ein.
Die witzige Einlage von Gastwirt Michael Künzel, der zum Ende der Show als
Model auftrat, habe ihnen gut gefallen. Davon hätte es
ruhig noch mehr geben können, so die Groß Raddenerinnen. Die
Idee, so eine Schau zum Frauentag zu veranstalten, finde ich schön und es
war auch unterhaltsam. Die Sängerin hat uns gut gefallen, sagt Gertraude
Fleischer aus der Runde Schlepziger Seniorinnen. Für Ältere war
allerdings kaum etwas dabei, resümiert sie.
Wir wollten einfach
mal etwas Neues ausprobieren und sehen, wie es ankommt. Ich bin gespannt auf die
Resonanz in den nächsten Wochen, sagt Modegeschäfts-Inhaberin
Astrid Lehmann, die die Idee für diesen Abend gemeinsam mit Gastwirt Michael
Künzel entwickelt hat. Für Michael Zoschenz von der Agentur Rockzound,
der dieses Ereignis organisiert hat, steht bereits fest: Es wird eine Fortsetzung
geben.
Von Birgit Keilbach
7.02.2008
Lausitzer Rundschau
Fastnacht ist nicht die einzige
Auftrittsgelegenheit
Jubiläum für Schlepziger
Kapelle «Klim Bim»
Schlepzig. Für
Klim Bim, die Schlepziger Fastnachtskapelle, ist der Rosenmontagsumzug
ein Jubiläum gewesen. Denn vor 30 Jahren war sie erstmals zur Fastnacht durchs
Dorf gezogen.
Fast noch in Originalbesetzung mit Ernst
Schiela, Dieter Hartock, Hans-Georg Hebler, Horst Schade, Manfred Götze und
Wolfgang Miether als Gründungsmitglieder begleitete sie auch dieses Mal die
Zamperer und den Umzug.
Fastnacht ohne Musik ist undenkbar. Das Ständchen
für das Paar des Hauses, von denen es Eier, Speck und manchen Taler gibt,
gehört dazu. Doch wer sollte 1978 eine Kapelle bezahlen?, erinnert
sich Wolfgang Miether daran, weshalb die Männer die Schlepziger Fastnachtskapelle
Klim Bim gründeten. Kirchenmusiker waren wir alle und hatten
die Instrumente von unseren Vätern übernommen, die selbst bereits die
Musik als Hobby hatten, so Miether.
Mittlerweile ist aus der Fastnachts-
eine Dorfkapelle geworden, denn beim Dorffest, aber auch bei Hochzeiten und Geburtstagen
treten die Herren auf. ,Klim Bim gehört zum Dorf so wie der Rosenmontagsumzug,
freut sich Bürgermeisterin Heike Noah über ihre Dorfkapelle. Zwar sei
die Kapelle doppelt so alt wie die Geschichte der Rosenmontagsumzüge in Schlepzig,
ergänzt Fastnachtsvorsitzender Alwin Drexler, und fügt an, dass
man es den Herren aber nicht anhört. (fs)
06.02.2008
Lausitzer Rundschau
300 Schlepziger in 30 Bildern
beim 15. Umzug
Fröhliche Stimmung auf Schlepzigs
Straßen
Schlepzig. Die Schlepziger und tausende
Besucher, die zwischen Dorf- und Bergstraße teilweise ein dichtes Spalier
bildeten, haben einen farbenfrohen Umzug im Konfetti- und Bonbonregen erlebt.

Foto:
Frank Selbitz
Ein überdimensionaler «Fliegender Pilz» zählte
zu den tollen Ideen, mit denen die Schlepziger erneut begeisterten.
Da schnaufte
die Spreewaldguste qualmend über die Straßen, und der sagenumwobene
Unterspreewälder Waldfotz hatte sich aus den Wäldern gewagt.
Klein,
aber fein, das ist für den Vorsitzenden des Fastnachtsvereins, Alwin
Drexler, die Grundidee des Rosenmontagsumzugs. Wir können und wollen
uns nicht mit Köln, Düsseldorf und Cottbus auf eine Stufe stellen, aber
die lobenden Worte der Zuschauer sind Beweis dafür, dass wir mit unseren
Ideen auf Augenhöhe zu den Hochburgen liegen.
Seit 15 Jahren führt
Prinz Alwin, diesmal begleitet von Jugendprinz Nico, den Umzug an. Ich freue
mich über die Vielfalt der Kostüme, die Ideen, die die Schlepziger entwickelt
haben. Vor allem bin ich aber auf die Jugend stolz, die sich erneut ihren Platz
in der Fastnacht bewahrt hat, so der Jugendprinz.
Begeistert waren die
Zuschauer, die oft selbst kostümiert den Umzug begleiteten. Superintendentin
Ulrike Voigt, Pfarrerin in Schlepzig, freute sich, dass das ganze Dorf auf
den Beinen war. Besonders wohltuend empfinde ich die Herzlichkeit zwischen den
Menschen, die im hektischen Alltag allzu oft verloren geht Rainer Koch und
Monika Beer sprachen davon, dass man die Zusammengehörigkeit im Dorf
auch als Gast spürt.
Wir sind immer wieder gern in Schlepzig
am Rosenmontag, denn der Umzug trägt fast familiären Charakter,
lobten Horst Heise und Ehefrau Gisela, die bei schönen Wetter mit dem Fahrrad
aus Lübben gekommen waren. Für das schöne Wetter war Bürgermeisterin
Heike Noah verantwortlich. Sie hatte sich beim Schlepziger Ölscheich Achmed
als erste Haremsdame verdingt, denn bekanntlich scheint im Reich des Scheichs
immer die Sonne. Dass dabei noch so mancher Taler in die Schlepziger Dorfkasse
fließen könnte, wollte Heike Noah noch nicht bestätigen, aber
die brennende Ölfackel zeigte eine sprudelnde Quelle an.
Achilles
Schulze hatte sich eigens für die Fastnacht ein Elektro-Mobile bestellt und
begrüßte die Rosenmontagsumzügler vor seinem Grundstück mit
einem Schluck hochprozentigem Wasser. Vom Schlepziger Hinterbackofen-Ballett
bis hin zu den mit der Gondel aus Venedig angereisten vornehmen Damen hinter
der Maske die Stimmung war ausgelassen und auch die Bewohner des
Schlepziger Seniorenheims freuten sich über die Ständchen der Feiernden.
Schlepzig
war wieder einmal zur Partymeile geworden. Es wurde den ganzen Nachmittag getanzt
auf dem Dorfplatz und der Hauptkreuzung, bevor es dann beim Rosenmontagsball im
Gasthof Zum Unterspreewald bis Fastnachtsdienstag weiter ging.
Frank
Selbitz
1.02.2008
Lausitzer Rundschau
Schlepziger bereiten
den Umzug hinter verschlossenen Toren vor
Heimlichkeit
in der Fastnachtszeit
Schlepzig. Alle Jahre wieder
ist in Schlepzig in der Zeit vor Rosenmontag in den Garagen, Schuppen und Scheunen
Hämmern und Werkeln zu hören. Keiner ist als Gast dann gern gesehen.
Denn jeder der Hobbyhandwerker will mit seinem Rosenmontagsbild der Höhepunkt
des Umzugs durch das Dorf sein.
Die RUNDSCHAU sprach
darüber mit Bürgermeisterin Heike Noah.
Frau
Bürgermeisterin, auf den Straßen in Schlepzig sieht man in diesen Tagen
kaum einen Einheimischen. Warum«
In Anlehnung an das bekannte Weihnachtslied
So viel Heimlichkeit könnte man in Schlepzig weiter dichten,
in der Fastnachtszeit. Dieser Vergleich beschreibt am besten die Situation
im Dorf. Jeder baut mit Freunden und Bekannten an seiner Rosenmontagsüberraschung.
Damit jeglicher Spionage vorgebeugt wird, werden dabei alle Türen geschlossen.
Die
Fastnacht hat im Spreewald eine lange Tradition und trotzdem hebt sich Schlepzig
heraus. Woran liegt das»
Vielleicht sind wir Schlepziger ein kleinwenig
närrischer als die Menschen in den anderen Dörfern des Spreewalds. Das
zeigt auch, dass beim diesjährigen, seit Ende des Krieges 62. Maskenball,
47 Masken in 14 Bildern dabei waren, während andererorts die Masken an einer
Hand abgezählt werden konnten.
Der Startschuss
in die Fastnachtszeit 2008 ist also gelungen. Welche Höhepunkte stehen in
den nächsten Tagen an«
Natürlich die vier tollen Tage vom Freitag
vor Fastnacht bis Rosenmontag, wenn im Dorf fast rund um die Uhr gezampert wird
und es abends zum Tanz in den Saal im Gasthof Zum Unterspreewald geht.
Absoluter Höhepunkt wird dann der traditionelle und einzige Rosenmontagsumzug
im Spreewald am 4. Februar sein, wenn wieder tausende Neugierige an der Umzugsstrecke
im Dorf erwartet werden. Los geht es um 14 Uhr.
Worauf
können sich die Neugierigen freuen»
Auf viele originelle Ideen der
Schlepziger.
. . . und welche hat die Bürgermeisterin«
Das
wird nicht verraten.
Würden Sie gern einmal einen
Blick nach Straupitz als weiterer Fastnachts-Hochburg dort wird die 130.
gefeiert werfen»
Sicherlich, aber dafür müssten die
Straupitzer ihre Fastnacht verlegen. Denn als Bürgermeisterin Schlepzig während
der vier tollen Tagen zu verlassen, das geht einfach nicht. Übrigens gilt
das im Gegenzug auch für meinen Amtskollegen Winfried Rekitt in Straupitz,
dem ich ebenso wie seinen Straupitzern ein tolles Jubiläum wünsche.
Mit HEIKE NOAH sprach Frank Selbitz
30.01.2008
Lausitzer Rundschau
Fischereigenossenschaft setzt 45 Exemplare bei Schlepzig
ein
Quappen zappeln sich in Spreewälder Fließe
45
Quappen, im Durchschnitt ein Kilogramm schwer, hat die Fischereigenossenschaft
«Unterspreewald» Schlepzig in das Zerniasfließ, die Quaasspree,
den Schiewan, die Hauptspree und den Puhlstrom gesetzt. Ehe der einstige Spreewälder
Brotfisch eintauchen konnte, wurde er vermessen, gewogen und markiert. Denn er
soll überprüfen helfen, ob die Maßnahmen des Gewässerrandstreifenprojekts
halten, was sie versprochen haben.
 |
Foto:
Fotos: Ingvil Schirling
Alle Hände voll zu tun hatte Fischbiologe Frank
Frederich, der für die Fischereigenossenschaft «Unterspreewald»
Schlepzig Quappen wog, vermaß und markierte. 45 Exemplare des einstigen
Spreewälder Brotfisches wurden ins Wasser gesetzt.Zwischen 40 und 75 Zentimetern
lang waren die gemessenen Quappen und 405 bis 2010 Gramm schwer.
Erst kommt
die Arbeit, dann das Vergnügen, heißt es landläufig. Für
die Quappen scheint das auf den ersten Blick ebenso, als sie nach der Fahrt in
Bottichen auf dem Autoanhänger gekäschert und markiert werden, ehe sie
die Spree in Besitz nehmen können. Auf den zweiten Blick stellt Fischbiologe
Frank Frederich fest: «Viele sind so schmal. Die haben bestimmt schon abgelaicht.»
Gelb
markiert unter der Flosse
Auf das nächste Vergnügen,
so scheint es, müssen die Quappen erst einmal eine Weile warten. Bis dahin
erkunden sie im Dienste der Wissenschaft die Spreewälder Fluten. Die kleine
gelbe Markierung unter der Rückenflosse trägt eine Nummer. Werden sie
geangelt und meldet der Angler den Fang, kann nachvollzogen werden, welche Strecke
sie bis dahin zurückgelegt haben und ob die Bauwerke durchlässig für
den Fisch waren. «Wir arbeiten sehr gut mit dem Gewässerrandstreifenprojekt
zusammen» , sagt Werner Görick, Schatzmeister der Genossenschaft.
Doch
der Prüfauftrag ist nicht das einzige Anliegen, mit dem die Quappen in die
Fluten entlassen wurden. «Es geht uns auch um die Nachhaltigkeit»
, sagt Dietrich Janke, Fischbeauftragter der Genossenschaft. «Unser Hegeplan
gilt bis 2009, und darin ist festgelegt, dass wir jedes Jahr Fische ins Wasser
setzen.» Ihnen liege der spreewaldtypischste Fisch, der ehemalige Brotfisch
für die Einwohner der Fließlandschaft, am Herzen. «Wenn man älter
wird, dann sieht man die Natur und ihre Schönheit anders. Die Liebe zur Heimat
wächst.»
Die Quappen-Bestände sind im Spreewald aus Gründen
zurückgegangen, die bislang noch nicht ganz geklärt sind. Möglicherweise
ist das Wasser zu warm geworden, denn die Quappe liebt es kühl. Um dem entgegenzuwirken,
hat die Genossenschaft 2006 rund 280 der schönen Tiere mit der marmorierten
Haut und dem flachen Kopf eingesetzt, ebenfalls mit kleinen gelben Fähnchen
an der Rückenflosse, einer Nummer und zusätzlich einer Farbmarkierung
an der Brust gekennzeichnet. Drei davon wurden außerdem mit Sendern ausgestattet.
2007 hat die Genossenschaft ebenso Hechte, Schleie, Karpfen und Welse eingesetzt
sowie mit Hilfe eines EU-Förderprogramms 36 Kilogramm Aal. Fast 5500 kleine
Glasaale waren es, sagt Görick, nur acht Gramm leicht im Durchschnitt.
Notwendiges
Beruhigungsmittel
Da sind die Quappen jetzt von einem
ganz anderen Kaliber. Ernst-August Lehmann, Vorsitzender der Genossenschaft, käschert
sie aus den Bottichen, die auf zwei Autoanhängern stehen. Von dort kommen
sie in einen anderen Zuber, dessen Wasser mit einem Beruhigungsmittel versetzt
ist. Sonst wäre es unmöglich, sie zu vermessen und zu wiegen, weil sie
sich zappelnd wehren. Trotz der leichten Betäubung biegt sich nicht nur einer
wie ein U auf dem Tisch von Frank Frederich, der zu tun hat, sie mit beiden Händen
gerade zu bekommen, um ihre volle Länge messen zu können. Ein paar Mal
fliegt die kleine Mar kierpistole in hohem Bogen, getroffen von einem entschiedenen
Flossenschlag, zu Boden. Frederich und seine Helfer brauchen schnelle Reaktionen,
um gleichzeitig die Quappe festzuhalten und die Markierpistole wieder einzusammeln.
Die Plastikschale auf der Waage kommt bedenklich ins Wanken, während so mancher
Fisch darin zappelt.
Während Fredrich die Fische vom Vermessen zum Wiegen
und zurück zum Markieren hebt, hält er sie manchmal weit von sich weg.
Ein dünner Strahl Urin kommt aus dem Bauch, die Männer lachen. Einer
der Fische verliert sogar etwas Sperma. Deutlich sind für die Tiere Angst
und Stress mit der Aktion verbunden, die so schnell wie möglich abgewickelt
wird.
Beim Markieren halten dann fast alle still. Routiniert setzt Frederich
die Pistole direkt unter der Rückenflosse an. Am besten sei es, erklärt
er, wenn er genau zwischen die feine Gräten-Verbindung zwischen Flosse und
Körper treffe. Dann setze sich das Fähnchen wie mit einem Widerhaken
fest.
Am Ende sind alle Quappen recht ruhig zurück in den Bottichen und
erholen sich von Betäubung und Markierung. Die Männer, nebenbei versorgt
mit Kaffee und Schokolade, machen sich auf den Weg in die Natur. In den Fließen
bei Schlepzig werden sich die Quappen vielleicht bald so wohl fühlen wie
der sprichwörtliche Fisch im Wasser. Wer weiß, möglicherweise
lässt das Vergnügen dann gar nicht mehr so lange auf sich warten.
Zum
Thema Gewichtsklassen
Im Durchschnitt ein Kilogramm schwer sind die Quappen,
die jetzt rund um Schlepzig eine neue Heimat gefunden haben. Die leichteste wog
nur 405 Gramm, der schwerste 2010. Am kürzesten war das Exemplar mit 40 Zentimetern,
am längsten das mit 75.
Die Fischereigenossenschaft «Unterspreewald»
Schlepzig freut sich über eine Nachricht, wenn jemand eine markierte Quappe
geangelt hat, unter der Rufnummer 035472/6 57 16.
Von
Ingvil Schirling
12.01.2008
Lausitzer Rundschau
Eselskarren wird in Schlepzig
aufgebaut
Foto: I. Schirling
Franz Jähne und Hubert Michlbauen
den Eselskarren auf, der den Ortseingang von Schlepzig aus Richtung Lübben
ziert. Seit Donnerstag steht die Spielskulptur, die Jürgen Bergmann von der
Firma «Künstlerische Holzgestaltung» entworfen hat. Diese ist
vor allem für den Freizeitpark Einsiedel bei Niesky tätig. Der Eselskarren,
den sich die Schlepziger mit Hilfe von Fördermitteln leisten, ist begeh-
und bespielbar, die Mehlsäcke, die auf ihm liegen, können von Kindern
erklettert werden. Die Idee ist Teil eines Konzepts, nach dem in Schlepzig viele
solcher interessanter Anlaufpunkte vorgesehen wären. Ob es umgesetzt wird,
ist noch offen.
08.01.2008
Lausitzer Rundschau
62. Maskenball am Sonnabend
Kostümierte
eröffnen Schlepziger Fastnacht
Schlepzig. Der
Maskenball, der am Sonnabend, dem 12. Januar, ab 19 Uhr in der Gaststätte
Zum Unterspreewald stattfindet, ist der 62..
Das
weiß Michael Künzel von seinem Großvater, denn gleich im
ersten Jahr nach dem Krieg, 1946, wurde die Tradition wieder belebt und seitdem
fiel der Maskenball nur einmal, wegen der Maul- und Klauenseuche im Dorf, aus.
Der
Gastwirt hofft, dass sich wieder viele Masken zum Ball einfinden, denn die
Preise für die besten sind wie immer attraktiv. Dass es 62 verschiedene
Maskenbilder sind, glaubt er nicht. Doch bei den Schlepzigern sollte man
nie nie sagen, weiß Künzel. Ich kann mir schon vorstellen,
dass im Dorf sich 62 Leute finden und in verschiedenen Bildern 62 Kostümierte
auftreten. Auf jeden Fall ist für alle Masken der Eintritt frei, denn
das ist der geringste Lohn der viele Mühen.
Auch Bürgermeisterin
Heike Noah freut sich auf den Maskenball. Damit wird die traditionelle Schlepziger
Fastnacht eröffnet, die am Rosenmontag mit der Umzug ihren Höhepunkt
erlebt, sagt sie. Ob die Bürgermeisterin selbst unter den Masken sein
wird, verrät sie nicht. Doch zum Rosenmontag wird man auch Heike Noah auf
einem der vielen Umzugswagen sehen, verspricht sie. (fs)
07.01.2008
Lausitzer Rundschau
Reise in die Vergangenheit
Foto: Jens Golombek
Nur kurz war die Winterpause des
Bauernmuseums Schlepzig. Jetzt lädt es wieder zu Reisen in die Vergangenheit
ein mit Ausstellungen, in denen das Wohnen und Arbeiten in den vergangenen hundert
Jahren im Unterspreewald dargestellt werden. Geöffnet hat es bis zum März
dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr. Ab April werden die Besucher montags
bis sonntags zwischen 10 und 16 Uhr erwartet. Führungen außerhalb dieser
Zeiten können vereinbart werden (Tel. 035472/225, Fax 035472/640 24).
7.01.2008
Lausitzer Rundschau
Argentinierin
verwöhnt mit Gesang und Ausstrahlung Konzertgäste und -veranstalter
Lily
Dahab begeistert Schlepziger Publikum
Schlepzig.
Während im Erdgeschoss des Schlepziger Brauhauses das Buffet die Gaumen erfreute,
verwöhnte direkt darüber Lily Dahab im Rahmen der winterlichen Jazz
& Buffet-Reihe Ohren und Seele zahlreicher Musikfreunde.
Fotos:
Jens Golombek
Das Konzert von Lily Dahab empfand Veranstalterin Anja Römer
«wie zwei Stunden Urlaub» . Ihre Begeisterung über die Sängerin
teilte sie mit dem Schlepziger Publikum im Brauhaus.
Die Jazzmusikerin spielte
schon gemeinsam mit Yvonne Catterfeld, Phil Collins, Freundeskreis, Udo Lindenberg.
Am Sonnabend ließ sie im Schlepziger Brauhaus, unterstützt von ihrer
neuen eigenen Band, ihre Stimme strahlen.
Lily Dahab wurde in Argentinien in
Buenos Aires geboren. Neben Jazz und Pop hat sie spätestens nach dem Studium
von Musik und Gesang auch noch Bossa Nova, Bolero und Tango im künstlerischen
Repertoire. An der Seite von Madonna fand Lily Dahab mit dem Kinofilm «Evita»
den Weg aus Südamerika heraus. Hauptrollen in Broadway-Musicals brachten
sie ebenso wie Engagements auf Kreuzfahrtschiffen nach Europa.
Seit November
lebt die Südamerikanerin in Berlin. Obwohl ihr Sprachkurs erst im Februar
beginnt, klappt die Verständigung mit dem Pianisten Bene Aperdannier, Bassist
Andreas Henze und Topo Gioia (Percussion) offensichtlich hervorragend. Stücke
mit veränderter Tempi sorgten wie Instrumentalsoli für im Schlepziger
Brauhaus ungewöhnlich kräftigen Applaus.
Inhaber Dr. Torsten Römer
schwärmte von Stimmorgan und Ausstrahlung der Sängerin. Und das
vor allem nahezu unplugged, wir sind ja schließlich kein Elektroschuppen,
war er begeistert.
Ich bin wunschlos glücklich, sagte strahlend
Ernst Lamping. Erst anständig und geschmackvoll satt geworden, jetzt
diese unglaubliche Vorstellung. Obwohl dann für die Kulturreihe ein
Stammgast verloren ginge, könne er sich durchaus vorstellen, mit Lily
Dahab bis nach Südamerika zu tanzen.
Ich bin sehr stolz, diese
phantastischen Musiker zu haben, bedankte sich Lily Dahab bei ihren Künstlern.
Wir haben gestern zum allerersten Mal geprobt. Dass es heute schon so gut
geklappt hat, ist ein göttliches Zeichen.
Die Anfahrt aus
Lübben hat sich auf jeden Fall gelohnt, sagte Simone Reusch. Früher
sind die Leute ja immer für die Kultur in die Stadt gekommen. Aber diese
Klassik- und Jazz-Geschichten hier in Schlepzig dürften dies langsam aber
sicher umkehren. Das war wie zwei Stunden Urlaub, fügte
Anja Römer schwärmend an.
Den Höhepunkt der Saison sehen die
Römers im Abend mit New Orleans und Dixieland von der Jazz Family
am 16. Februar. Da kommen 400 Jahre geballte Jazz-Kompetenz auf uns zu,
freut sich Gastwirt Römer schon seit langem. Aber auch die 20 Dudelsackspieler
und Trommler von ,Pipes & Drums sind Anfang März auf jeden Fall
einen Besuch wert. Bereits am 19. Januar wartet erstklassiger Jazz von und
mit Björn Missal auf die Spreewälder. (jgk)
Jens
Golombek

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