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Aktuelles/Presse 2008

 

 

Lausitzer Rundschau 17.5.2008

Kleine Kahnfahrt mit Minister Woidke eingeweiht

Neue Schlepziger Schleuse mit Sekt begossen

«Es ist sehr romantisch» , sagt Burkhard Henschelchen. «Und wir können mehr vom Dorf zeigen» , fügt Ernst-August Lehmann an. Die beiden Schlepziger sind Gemeindevertreter und Fährmänner. Mit Hafen-Pächter Andreas Krüger haben sie gestern Nachmittag drei Kähne mit Politikern, Behörden- und Firmenvertretern durch die Kleine Kahnfahrt gestakt. Diese neue Route «ermöglicht unseren Gästen eine größere Auswahl, weil wir nun mehr Varianten für die Touren anbieten können» , sagt Henschelchen.

Foto: Roland Hottas
Fährmann Burkhard Henschelchen stakt Bürgermeisterin Heike Noah und Minister Dietmar Woidke mit weiteren Gästen der Einweihung der Kleinen Kahnfahrt durch die neue Hubtorschleuse an der Dammstraße. Der Minister sagte, dass die Kleine Kahnfahrt «ein maßgeblicher Schritt auf dem Weg zum Titel ,staatlich anerkannter Erholungsort’ ist.»
Der Spreewald-Frauenchor hat gestern in Schlepzig eine kleine Wanderung bestritten. Denn die Lübbener Sängerinnen traten am Hafen sowie an den beiden neu gebauten Schleusen auf und das innerhalb einer guten Stunde. So lange dauert die Tour durch die Kleine Kahnfahrt, die im Gegensatz zu den bislang von Schlepziger Fährleuten angebotenen Touren durch das Dorf führt. Ermöglicht wird das durch die neuen Bauwerke und das Ausbaggern des Freifließes. Das insgesamt 993 600 Euro teure Projekt wurde mit EU- und Landesmittel in Höhe von 745 200 Euro unterstützt.
Unter großen Schwarzerlen und Eichen geht es an Gärten, Obstbaumwiesen, Scheunen, Hühnern, Kühen mit Kälbern, großen Holzstapeln vorbei. Es sieht nicht alles picobello aus, was durchaus seinen Reiz hat. Und wenn drei Kähne voller Politiker, Unternehmer und Behördenvertreter gemeinschaftlich die Köpfe einziehen, um sie sich nicht an Brücken zu stoßen, sorgt das natürlich für Heiterkeit.
Spaß gab es auch an der neuen Hubtorschleuse. Denn diese weihten Schlepzigs Bürgermeisterin Heike Noah und Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) ein, indem sie auf das Bauwerk mit Sekt anstießen und mit diesem dann die Schleusenwände begossen.
Im Jahr 1996 sei das Projekt Kleine Kahnfahrt mit den Fährleuten entwickelt worden, erinnerte Heike Noah. Nun sei «eine kleine Attraktion entstanden, die einzige ihrer Art in einem Unterspreewalddorf» . Sie sei sich sicher, dass die Schlepziger, vor allem die Gewerbetreibenden, schon viele Ideen für die Nutzung der neuen Möglichkeiten haben.
Auch Minister Woidke verwies darauf, dass das Projekt eine «infrastrukturelle Maßnahme ist, die die Grundlage für die weitere Entwicklung der Gewerbetreibenden bildet, was wiederum der Gemeinde, der Region, dem ganzen Spreewald zugute kommt» . Den Touristen würden neue Ziele erschlossen.
Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine bezeichnete die Kleine Kahnfahrt als zukunftsweisend. Denn mit ihr werde «der Kahntourismus als wichtigste Einnahmequelle in der Gemeinde gestärkt. Andererseits werden die sensiblen Naturbereiche des Unterspreewaldes entlastet.»
Info zum Thema Für Fische und Kanus
Während an der Hubtorschleuse an der Dammstraße auch Paddelboote und Kanus geschleust werden müssen, ist das an Poßlings Eckchen nicht nötig. An der dortigen Stemmtorschleuse ist ein Borstenfischpass. Er hilft nicht nur den Fischen, das Gefälle von etwa 40 Zentimetern zu überwinden. Denn stromabwärts können Kanus und Paddelboote durch den Pass hindurchfahren. Stromaufwärts können sie über die Borsten aus Plastik, über die das Wasser plätschert, gezogen werden.

 

 

Lausitzer Rundschau 14.5.2008

Zwei neue Schleusen und eine Brücke ermöglichen Tour durchs Dorf

Schlepzigs Kleine Kahnfahrt wird eingeweiht

Ein Jahr lang hat der Bau der Kleinen Kahnfahrt in Schlepzig gedauert. Am Freitag um 13 Uhr wird sie eingeweiht. 993 600 Euro hat das Projekt gekostet, informiert Michaela Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald. Davon seien 745 200 Euro Fördermittel. Den Rest habe die Gemeinde mit Hilfe von Krediten aufgebracht.

Foto: Roland Hottas
An der Dammstraße verbindet jetzt eine Schleuse das Freifließ mit der Hauptspree.
«Die Anlage ist wunderschön geworden» , sagt Michaela Schudek an der neuen Hubtorschleuse an der Dammstraße. Wo bislang nur ein Rohrdurchlass Freifließ und Hauptspree verbunden habe, ermögliche das Bauwerk nun Kahn- und Paddelbootfahrten. Dank des Ersatzneubaus an «Poßlings Eckchen» könnten etwa einstündige Kahntouren durch den Ort unternommen werden. Dafür seien auch in der Dammstraße eine Brücke gebaut, Fließe ausgebaggert, Bäume gefällt und Kabel verlegt worden.
Vor Pfingsten ist der Bauamtsleiterin Michaela Schudek zufolge die Abschlussbesprechung für das Vorhaben gewesen. Einige Reparaturen seien in diesen Tagen noch auszuführen. Ebenso soll eine bessere Beschilderung für die Bedienung der Schleuse angebracht werden. «Weltbewegende Baumängel wurden nicht festgestellt» , sagt Michaela Schudek.
An beiden neuen Schleusen seien zudem Anlegestege gebaut, Bäume und Sträucher gepflanzt worden. Das alte, laut Bauamtsleiterin nicht mehr sanierungsfähige Bauwerk an «Poßlings Eckchen» , bleibe «als kleines technisches Denkmal, das in Eigeninitiative errichtet worden war, erhalten» . Seine Schleusentore seien festgeschweißt worden.
Ursprünglich sollte das Projekt bereits ab dem Jahr 2006 realisiert werden. Jedoch war das Ergebnis der Ausschreibung wesentlich höher ausgefallen als geschätzt. Erst ein zweiter, Anfang April 2007 durch das Amt für ländliche Entwicklung erteilter Fördermittelbescheid sowie die Entscheidung der Gemeindevertretung, dass der finanzielle Anteil der Kommune dementsprechend erhöht wird, waren der Startschuss für die Umsetzung des Vorhabens.
Info zum Thema Mit Problemen
Am 2. Mai 2007 haben die Bauarbeiten an der Kleinen Kahnfahrt begonnen. Bereits Ende Mai mussten sie am ersten Bauabschnitt in der Dammstraße unterbrochen werden, da es Probleme mit der Materiallieferung gab. Daher wurde eher als geplant mit dem zweiten Bauabschnitt an «Poßlings Eckchen» begonnen. Die neue Brücke an der Dammstraße wurde zu Beginn dieses Jahres für den Verkehr freigegeben. Im Winter war ein Großteil des Vorhabens vollbracht. Hauptauftragnehmer war die Lübbener Landschafts- und Straßenbaufirma Jung.

Von Dörte Hellwig

 


Touristinfo Unterspreewald besteht Prüfung

Rote „i“-Marke erfolgreich verteidigt

Die Touristinformation in Schlepzig hat ihr rotes «i» auf der Grundlage neuer, umfassenderer Qualitätsansprüche des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) verteidigt. «Das ist ein Gütezeichen, mit dem wir uns deutschlandweit nicht zu verstecken brauchen» , sagt Karin Kappus, von der Unterspreewälder Einrichtung.

Foto: Jens Golombek
Hat sich schon eine gut sichtbare Stelle für die rote Hinweistafel ausgeguckt: Karin Kappus von der Touristinformation im Schlepziger Bauernmuseum.


Das rote «i» ist ein vom DTV vergebenes Qualitätszeichen. Schon für die reine Antragstellung des neuen roten «i» für Schlepzig mussten 15 Grundkriterien des DTV wie tägliche Öffnungszeiten, kostenlose Unterkunftsinformationen oder englische Sprachkenntnisse erfüllt werden, erklärt Karin Kappus. Daraufhin erhielten die Schlepziger unangemeldeten Besuch eines Gutachters, der 40 weitere Punkte zu seiner Zufriedenheit prüfte.
„Ich bin sehr stolz, dass wir dieses Ausstattungs-, Leistungs- und Qualitätsniveau mit nur einer Personalstelle erreicht haben“, freute sich Karin Kappus. Bei Engpässen unterstützen sie und Museumsleiterin Sabine Kamprad sich gegenseitig. „Die Freude über die Sendung war natürlich sehr groß. Die haben aus Bonn sogar Schrauben und Dübel für die Plakette mitgeschickt, das fand ich sehr nett.“ Das Zertifikat wurde sofort an der Wand des gemeinsamen Büros aufgehängt. Bis April 2011 darf nun in Schlepzig mit dem geschützten „i“ geworben werden.
„Unsere Gäste sehen jetzt schon von weitem an der großen roten Tafel, dass sie hier gut und kompetent beraten werden“, ist sich Karin Kappus sicher. Sieben dieser ausgezeichneten Anlaufpunkte würden Urlauber nun im Spreewald finden. Die grünen Pendants würden hingegen nicht auf eine Zertifizierung hinweisen.
„Ich denke, dass wir damit für die Zukunft gewappnet sind, denn es ist ja auch für die Gemeinde ein besonderes Aushängeschild“, so die Touristikerin. „Die Bürgermeisterin hat uns dazu als allererste ihre Glückwünsche übermittelt.“
„Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Tourismusinformation Schlepzig den Kriterienkatalog der i-Marke des Deutschen Tourismusverbandes erfüllen konnte“, sagte Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine. „In Anbetracht der Größe und der Mittel, die der Tourismusinformation zur Verfügung stehen, kann man den Mitarbeitern nur ein großes Lob aussprechen, dass sie dies erreicht haben.“ Selbstverständlich freue sich auch die Gemeindevertretung, die den Prozess der Zertifizierung stets unterstützt habe.
Info zum Thema Wiedererkennungseffekt
Die örtlichen Touristinformationsstellen sind laut DTV bei der Urlaubsplanung und während des Ferienaufenthaltes für einen Gast oft die wichtigsten Anlaufpunkte. Ziel der «i» -Marke sei es, deutschlandweit ein einheitliches und zeitgemäßes Qualitätssiegel für Touristinformationen zu etablieren. Das Vertrauen der Gäste in das i-Zeichen soll gestärkt und der Wiedererkennungswert erhöht werden.

von Jens Golombek


Aktuelle Vorhaben des Gewässerprojekts im Spreewald

Lübben. Der Altarm-Anschluss des Puhlstroms ist zwar für Gewässerrandstreifen-Projektmanagerin Dr. Christine Kehl «eine der schönsten Maßnahmen» , aber sie ist nicht die einzige.

Manche sind schon abgeschlossen, folgendes soll in demnächst gestemmt werden:
# Janks Buschfließ im Oberspreewald wird revitalisiert. Damit soll ein ökologisch durchgängiges Fließ geschaffen werden samt Anschluss an das Hauptgewässer. Ende Mai wird das Vorhaben schon abgeschlossen sein.
# An der Stauabsenkung Süd im Oberspreewald soll das ursprüngliche Gewässersystem wieder hergestellt werden. Dem geht zunächst ein Feldversuch voraus. Umgesetzt werden wird das Projekt ab 2009.
# Am Staugürtel IV im Hochwald ist geplant, den Biotopverbund zu verbessern. Einzelne Bauwerke sollen vorgezogen bearbeitet, das ganze aber erst ab Mitte September konkret werden.
# Die Wasserverhältnisse am Lehmannstrom im Unterspreewald müssen verbessert werden. «Das sieht schon ganz prima aus» , sagt Anne Röver. Die bisher umgesetzten Maßnahmen werden jetzt beobachtet, ehe eventuell noch eine Profileinengung am Fließ «Schnelle Kathrin» folgt.
# Die Kaatschspree soll wiederbelebt werden, allerdings ist ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Mit der Umsetzung wird 2010 gerechnet.
# Die Untere Wasserburger Spree wird revitalisiert. Umsetzungsziel ist 2009/2010.
# An der Wasserburger Spree sollen außerdem Altarme angeschlossen werden. Mit dem Baubeginn wird noch in diesem Jahr gerechnet.
# Die Forstgräben Hartmannsdorfer Busch und Kriegbusch sowie die Kopelna und Alte Wasserburger Spree sollen ökologisch durchgängig werden. Den Umbau des Wehrs Kopelna will das Landes umweltamt übernehmen.
# Westlich von Schlepzig werden Altgewässer angeschlossen, darunter «Pielchens Lachen» .
# Bereits abschlossen sind Arbeiten an der Hauptspree, darunter ein Altarmschluss, Sohlschwellen und Uferstrukturverbesserungen. Auch der Biotopverbund am Umgehungsgerinne Schiwanstrom sei verbessert worden, geht aus Unterlagen des Gewässerrandstreifenprojekts hervor. Jetzt sollen alle Maßnahmen weiter beobachtet werden, um einschätzen zu können, wie sie sich bewähren. Abgeschlossen sind auch bis auf Restleistungen die Arbeiten am Altarm anschluss des Puhlstroms. (is)

 

 

Lausitzer Rundschau 18.4.2008

Altarm wurde angeschlossen / Den Zweckverbandsmitgliedern Maßnahmen vorgestellt

Der Puhlstrom hat ein neues Gesicht

Nein, dies ist nicht das Wetter, das man sich für eine Kahnfahrt wünscht: Fünf Grad und Regen. Dr. Christine Kehl strahlt dennoch, als sie sich ihre Handschuhe überzieht: Der Termin mit den Mitgliedern des Zweckverbands, bei dem die Managerin den Fortgang der Projekte darlegen will, war schwierig genug zu organisieren. Persönlich in Augenschein nehmen wollen sie dabei den Altarmanschluss am Puhlstrom, eine der Vorzeigemaßnahmen des millionenschweren Projekts.


Projektmanagerin Dr. Christine Kehl wärmt sich mit Kaffee.Vom Kahn aus waren die Veränderungen am Puhlstrom besonders gut zu beobachten. Die Mitglieder des Zweckverbands Gewässerrandstreifenprojekt (vorn links: OSL-Landrat Georg Dürrschmidt (CDU), LDS-Landrat Stephan Loge (SPD), dahinter Beigeordneter Carl-Heinz Klinkmüller (CDU) des Landkreises Dahme-Spreewald) vor der neuen Brücke, die nach dem Altarm-Anschluss auf die bewirtschaftete Fläche führt. Kerstin Bürger, Mitarbeiterin des Projekts, zeigt auf die neu entstandene Insel.Ein neu entstandener Fischpass zu einem Forstgraben, daneben ein Haufen Totholz. «Das wird ein Schandfleck» , befürchteten einige Mitfahrer. «Das begrünt sich schneller, als man denkt» , widersprach Christine Kehl.Anne Röver vom Gewässerrandstreifenprojekt erklärte den Mitgliedern des Zweckverbandes, was gemacht wurde. Sie erwähnte unter anderem die Uferentfesselung, bei der man große Flusssteine entfernt hat, damit sich das Gewässer seinen eigenen Weg suchen kann.
Vize-Landrat Carl-Heinz Klinkmüller ist gut aufgelegt, als er an der Einstiegstreppe steht und auf den Kahn wartet. Er trägt das Körbchen mit der Verpflegung: Heißer Tee und Kaffee sowie eine großzügige Kuchenplatte sollen die warme Büroluft gewöhnte Menschen während der kalten Fahrt bei Laune halten.
Als alle versorgt sind, informiert Anne Röver vom Management des Gewässerrandstreifenprojekts über die Vorhaben, die die Macher zurzeit auf Trab halten. Einige Teilmaßnahmen, die an mehreren Stellen im Ober- und Unterspreewald umgesetzt beziehungsweise geplant werden, können auch am Puhlstroms besichtigt werden.
«Hier» , unterbricht Christine Kehl, «langsamer» , bittet sie den Kahnfährmann. Der Kahn biegt in den ehemaligen Puhlstrom-Altarm ein, der jetzt die Hauptroute bildet. Damit ist das Gewässer um ein paar hundert Meter verlängert worden – eines der wichtigsten Mittel, um Wasser länger im Spreewald zu halten, führt Christine Kehl aus. Und dies wiederum sei eines der Hauptziele des Gewässerrandstreifenprojekts, über das rund 12,3 Millionen Euro Fördermittel in den Spreewald gepumpt werden.
Schilder sind aufgestellt worden für diejenigen, die den Wasserweg benutzen, denn statt geradeaus fahren sie jetzt um eine steilere Rechts-, dann um eine langgezogene Linkskurve, bis der Ex-Altarm wieder auf den geraden Verlauf trifft.
Aus dem ist ein Stillwasserbereich mit Überlauf geworden, ein Lebensraum, wie ihn zum Beispiel der seltene Bitterling braucht. Nicht nur an dieser Stelle seien damit wichtige ökologische Voraussetzungen geschaffen worden, führt Christine Kehl aus, ein zweites Hauptziel des Projekts. Mehr als 1000 Kubikmeter Schlamm sind außerdem aus dem ehemaligen Altarm herausgeholt worden.
Während der Kahn weiterfährt, sind dunkelbraune Ufer zu begutachten, teilweise schon deutlich unterspült. «Uferentfesselung» nennt sich das, was dem Puhlstrom erlauben soll, sich Stück für Stück seinen eigenen Weg zu suchen. Dies sei eine der Maßnahmen, die unter den Flächenbesitzern noch immer sehr kritisch gesehen werden, gesteht Anne Röver ein. Daher habe man sie an den Ufern des Puhlstroms nicht so häufig durchführen können wie eigentlich geplant. Denn das Projekt ist auf die Zusammenarbeit mit den Flächenbesitzern und -bewirtschaftern angewiesen. Um deren Verständnis für das Naturschutzvorhaben zu wecken, wurde darum zu Beginn der Planungen ein Moderationsverfahren durchgeführt.
Für die Flächenbewirtschafter ist in diesem Fall sogar ein Bauwerk hergestellt worden, eine 180 000 Euro teure Brücke, die auf die vier Hektar große Insel führt, die durch den Altarm-Anschluss entstanden ist. «Wir wollten die Fläche ursprünglich kaufen» , so Christine Kehl, «aber daraus wurde nichts» . Daher die Brücke.
Wenige Meter weiter macht ein Fischpass auf sich aufmerksam, ein Durchstich zu einem Forstgraben, der – anders als der eigentliche Durchlass – von Fischen und Amphibien überwunden werden kann. Große Steine liegen in einem sanft ansteigenden Kiesbett, über das das Wasser sprudelt. Ein wenig sieht es aus wie in einer idyllischen Gebirgslandschaft, wäre da nicht der große Haufen Totholz direkt daneben. Der Anblick erfreut die Zweckverbandsmitglieder weniger. «Das wird ein Schandfleck» , sagt einer. «Abwarten» , entgegnet Christine Kehl, «der begrünt sich schneller als man denkt. Und wenn nicht, räumen wir ihn eben weg.»
Auf der Rückfahrt passieren die Insassen ein letztes Teilprojekt: Kurz vor Leibsch ist eine Sohlschwelle im Flussbett aufgeschüttet worden. Auch sie soll die Fließgeschwindigkeit des Wassers erhöhen. Und: «Wir wollen nicht, dass das ganze Sediment am Wehr oder gar im Neuendorfer See hängenbleibt» , begründet Christine Kehl. Für die Fließbefahrer ist extra ein Warnschild aufgestellt worden, denn von oben ist die Sohlschwelle nicht sichtbar. Und auch die Fließbefahrer müssen sich an das neue Gesicht des Puhlstroms erst gewöhnen.

Von Ingvil Schirling

Foto: Ingvil Schirling

Projektmanagerin Dr. Christine Kehl wärmt sich mit Kaffee.Vom Kahn aus waren die Veränderungen am Puhlstrom besonders gut zu beobachten. Die Mitglieder des Zweckverbands Gewässerrandstreifenprojekt (vorn links: OSL-Landrat Georg Dürrschmidt (CDU), LDS-Landrat Stephan Loge (SPD), dahinter Beigeordneter Carl-Heinz Klinkmüller (CDU) des Landkreises Dahme-Spreewald) vor der neuen Brücke, die nach dem Altarm-Anschluss auf die bewirtschaftete Fläche führt. Kerstin Bürger, Mitarbeiterin des Projekts, zeigt auf die neu entstandene Insel.Ein neu entstandener Fischpass zu einem Forstgraben, daneben ein Haufen Totholz. «Das wird ein Schandfleck» , befürchteten einige Mitfahrer. «Das begrünt sich schneller, als man denkt» , widersprach Christine Kehl.Anne Röver vom Gewässerrandstreifenprojekt erklärte den Mitgliedern des Zweckverbandes, was gemacht wurde. Sie erwähnte unter anderem die Uferentfesselung, bei der man große Flusssteine entfernt hat, damit sich das Gewässer seinen eigenen Weg suchen kann.

Lausitzer Rundschau 4.4.2008

 

 

Altarm bei Schlepzig soll wieder Fließe verbinden

«Pielchens Lachen» bleibt kein Wurmfortsatz

Schlepzig. Im Rahmen des Gewässerrandstreifenprojekts Spreewald soll «Pielchens Lachen» wieder ein Fließgewässer werden. Die Gemeindevertretung Schlepzig stimmte dem Vorhaben mehrheitlich zu. Laut Beschlussvorlage ist die Realisierung des Vorhabens im Herbst dieses Jahres geplant.


Bei «Pielchens Lachen» handelt es sich «sozusagen um einen Wurmfortsatz des Schiwanstroms westlich von Schlepzig» , sorgte Michaela Schudek, Bauamtsleiterin des Amtes Unterspreewald, für Erheiterung während der Beratung der Gemeindevertreter. Das war das 240 Meter lange Fließ nicht immer. Vielmehr verband es einst den Schiwanstrom mit dem Zerniasfließ, ist den Unterlagen für das Projekt zu entnehmen. Aber der Abzweig am Zerniasfließ wurde verfüllt. Dort kreuzt nun ein durch die Landwirtschaft genutzter Weg den Altarm.
Vorgesehen ist nun, «Pielchens Lachen» wieder an das Zerniasfließ anzuschließen und damit als Fließgewässer zu reaktivieren. Dabei soll der Weg durch eine Furt ersetzt werden. «Bei einem geplanten Wasserstand von circa 0,25 bis 0,30 Meter auf dem Fahrstreifen der Furt sind Viehtrieb und Durchfahrt problemlos möglich.» Diese Wassertiefe ermögliche auch Organismen zu wandern. Da in dem Bereich keine Winterstaus vorgesehen seien, sei die Furt auch in der kalten Jahreszeit befahrbar.
Als notwendig wird zudem in der Planung dargestellt, dass «Pielchens Lachen» entschlammt und von Totholz befreit werden muss.
Die Kosten für den Wiederanschluss des Altarms werden mit 43 000 Euro angegeben, etwa die Hälfte davon für eine Baustraße. Denn von der Landstraße führe zwar ein unbefestigter Wiesenweg bis zum künftigen Standort der Furt. Aber von dort bis zur Einmündung des Altarms in den Schiwanstrom sei es notwendig, eine Baustraße anzulegen, die dann wieder rückgebaut werden soll.
Sie ist der Stein des Anstoßes an dem Vorhaben für den Schlepziger Gemeindevertreter Uwe Neumann. «Dafür sollen 360 Quadratmeter Strauchwerk gerodet und zwei Bäume gefällt werden? Das ist, als wenn mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird.» Er stimmte daher dem Vorhaben nicht zu. Bauamtsleiterin Michaela Schudek schlug deshalb und weil noch weitere Vorhaben bei Schlepzig in Angriff genommen werden sollen vor, Projektmanagerin Dr. Christine Kehl zu einer Sitzung der Schlepziger Gemeindevertretung einzuladen. (dh)

 

 

Lausitzer Rundschau 3.4.2008

Gemeindevertreter beschließen Haushalt 2008

Schlepzig plant Straßenausbau

Schlepzig. Die Gemeindevertretung von Schlepzig hat während ihrer jüngsten Sitzung den Haushaltsplan für dieses Jahr einstimmig beschlossen. Er umfasst rund 988 400 Euro und ist in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen.

Mit ihrem Beschluss haben die Abgeordneten auch entschieden, dass in diesem Jahr die Alte Lübbener Straße ausgebaut werden soll. 30 000 Euro sind dafür laut Sieglinde Standfuß, Kämmerin des Amtes Unterspreewald, vorgesehen.
Als weitere Eckpunkte des Vermögenshaushaltes, aus dem Investitionen finanziert werden, nannte sie aus dem vergangenen Jahr in das diesjährige Zahlenwerk übernommene 95 000 Euro für den Bau der Kleinen Kahnfahrt, weitere 10 000 Euro für die Planung von Bauarbeiten für die Kita sowie 8000 Euro für die Anschaffung von Möbeln für die Kindereinrichtung.
Als große Posten im Verwaltungshaushalt listete Sieglinde Standfuß unter anderem die Zuschüsse für das Bauernmuseum in Höhe von 20 500 Euro, für die Kita (30 000 Euro) und den Tourismus (knapp 16 000 Euro) auf. Aus letzterer Position fließe der Großteil der Mittel in die Touristinformation Unterspreewald in Schlepzig. Laut Kämmerin sind 18 000 Euro für Unterhaltungsmaßnahmen an Brücken, Stegen, Gehwegen und Straßen eingeplant.
Um all das finanzieren zu können, sei ein Griff in die Reserve in Höhe von 69 000 Euro notwendig, erklärte Sieglinde Standfuß. Das schätzte sie jedoch nicht als Problem ein. Denn im vergangenen Jahr sei ein Überschuss von knapp 99 000 Euro erwirtschaftet worden, der in die Rücklage geflossen sei.
Abgeordneter Uwe Neumann regte als Grundlage für künftige Entscheidungen an zu prüfen, ob von den touristischen Anbietern der Zuschuss der Gemeinde für die Touristinformation als ausreichend angesehen wird «und ob wir mit dem eingesetzten Geld möglicherweise die Effizienz steigern können» .
Zurzeit hat die Gemeinde Schlepzig Sieglinde Standfuß zufolge 221 000 Euro Schulden. Diese resultierten vor allem aus den Altschulden für Wohnungen sowie Krediten, die unter anderem für die Modernisierung der Bergstraße und für den Bau der Kleinen Kahnfahrt aufgenommen wurden. (dh)

 

 

Lausitzer Rundschau 2.4.2008

Umsetzung des Projekts hängt von Fördermitteln ab

Schlepzig soll mit Licht in Szene gesetzt werden

Blauer Nebel wabert um den Weidendom. Eine Wiese zwischen schwarzen Erlen schimmert wie im Licht des Vollmondes, obwohl der gar nicht scheint. Leuchtdioden erhellen in der Dunkelheit einen Steg, ohne ihn in gleißendes Licht zu tauchen. Derartige Bilder beschrieb Jens-Hermann Kleine, Direktor des Amtes Unterspreewald, während der Sitzung der Schlepziger Gemeindevertreter. Denen gefiel die Vorstellung, und sie stimmten zu, dass das Vorhaben «Kahnhafen Schlepzig – Gestaltung mit Licht» realisiert werden soll. Bedingung ist allerdings, dass Fördermittel fließen.

Der Stromversorger enviaM wolle Kommunen bei der Gestaltung mit Licht unterstützen, erklärte Jens-Hermann Kleine, wie der vorliegende Entwurf für Schlepzig entstand. Dabei habe das Unternehmen zwar eher einzelne Gebäude im Blick, «aber wir sagten, dass wir nicht nur ein Haus in Szene gesetzt haben wollen, sondern wenigstens den Teil eines Ortsbildes» . Ein Treffen mit einer Lichtdesignerin an Ort und Stelle folgte. Ganz bewusst, so Kleine, habe die Amtsverwaltung dabei den Kahnhafen auf einer kommunalen Liegenschaft für die Illumination vorgeschlagen.
Nun liege der Entwurf vor, den der Stromversorger gemeinsam mit der Lichtarchitektin Anke Augsburg erarbeitet habe und der die Gemeinde keinen Cent koste, betonte Kleine. Er hob auch hervor: Eine derartige Gestaltung «hat kein anderer Ort im Spreewald» .

Rund um den Hafen
Neben dem Kahnhafen sind für die Lichtgestaltung als Schwerpunkte die Mühlenschleuse, der Steg zum Hafen und der Weidendom vorgesehen. Kleine kann sich aber vorstellen, dass das Projekt «möglicherweise noch ausgebaut wird, wenn es den Einwohnern und den Touristen gefällt» .
Die Beleuchtung soll «angemessen und umweltverträglich in die Landschaft» integriert werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Eingesetzt wird laut Kleine energieeffiziente Technik wie Leuchtdioden. Eine entsprechende Frage vom Abgeordneten Uwe Neumann nach den Folgekosten beantwortete Kleine mit der Auskunft: «Deutlich weniger als 1000 Euro im Jahr.» Für die Realisierung des Vorhabens werden die Kosten auf rund 34 000 Euro geschätzt.
«Wir haben jetzt einen Entwurf. Den können Sie in die Schublade packen» , sagte Amtsdirektor Kleine den Abgeordneten, «oder sie sagen: Wir wollen das angehen. Dann wird Detailschärfe in das Vorhaben gebracht.»
Die Reaktionen, die der Entwurf in der Runde der Gemeindevertreter hervorrief, ähnelten sich: «Schön, prima, hört sich gut an» , sagte Uwe Neumann. «Toll» , fasste sich Dr. Torsten Römer kurz. «Die Sache ist top» , fügte Steffen Miether an. Die Abgeordneten sagten aber auch, welche Fragen bei der weiteren Planung beantwortet werden müssten: Uwe Neumann sprach die Abstimmung mit dem Biosphärenreservat an und, weil auch private Grundstücke betroffen sind, eine entsprechende Aufteilung der Folgekosten. Ernst August Leh mann gab das Stichwort «Vandalismus» . Steffen Miether forderte, dass der jetzt abgesteckte Finanzrahmen nicht in Größenordnungen gesprengt wird. Immerhin werde derzeit auch über den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses diskutiert, in dem Kita und Feuerwehr ihre neuen Domizile finden sollen.

Nur mit Zuschuss
Mit einer Enthaltung stimmte die Gemeindevertretung dem Projekt zu. Sie folgte dabei auch der Empfehlung der Amtsverwaltung, dass es nur dann verwirklicht wird, wenn es einen Zuschuss in Höhe von etwa 27 000 Euro gibt. Dieser könnte durch das europäische Förderprogramm Leader fließen, mit dem die Kombination von kommunalen und privat-wirtschaftlichen Vorhaben unterstützt wird. Angestrebt wird eine Realisierung im nächsten Jahr.

von Dörte Hellwig

Das Beleuchtungskonzept:

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im Auftrag der EnviaM
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Als der Himmel über dem Spreewald brannte

Osterfeuer locken trotz Sprühregen allerorts ins Freie

Von Frank Selbitz

Region. Glutrot erleuchtet war der Himmel über dem Spreewald, als am Gründonnerstag und Samstag vor Ostern in vielen Spreewalddörfern die Osterfeuer loderten. Von Neuendorf bis Schlepzig, von der Lübbener „Three Oak Ranch“ bis Caminchen, zog es trotz langanhaltenden Sprühregens die Spreewälder und ihre Gäste an die Osterfeuer.

„Petrus scheint es mit uns nicht gut zu meinen“, stöhnte Lübbens stellvertretender Stadtbrandmeister am Samstagabend, als die Kameraden der Lübbener Wehr ihr traditionelles Osterfeuer entzündeten. Im letzten Jahr mussten wir das Osterfeuer wegen Trockenheit und der damit verbundenen Waldbrandgefahr kurzfristig absagen und diesmal versinken wir fast im aufgeweichten Boden.

Doch trotz des den gesamten Tag anhaltenden Sprühregens lockte das diesjährige Osterfeuer auf der Lübbener „Three Oak Ranch“ wieder über tausend Lübbener. „Zeit zum Quatschen“, nannte Annett Meier die Freude auf das Feuer und viele andere, die in diesem Jahr aufgrund des ungemütlichen Wetters näher an die Flammen gerückt waren, sahen es ähnlich.

Schon beim freien Blick auf Schlepzig hinter dem Börnichener Forst sah man die dicken Rauchschwaden des Osterfeuers in der Unterspreewaldgemeinde in den Himmel steigen, während das Rot der Flammen zu den Wolken züngelte. Der Weidendom „Arena Salix“ gab die mystische Kulisse für das Osterfeuer hinter der Spreewälder Brauerei. Über einhundert Hotelgäste und Schlepziger hatten sich auf die aufgeweichte Wiese gewagt und genossen das Lodern der Flammen bei Live-Musik von „Ecki & Bertianern“. Der zweijährige Simon, der erstmals mit Mutti gemeinsam am Feuer stand, war ganz aufgergt und rief lauthals: „Mutti, es brennt“. Schmunzelnd nahmen es Anja und Torsten Römer zur Kenntnis und freuten sich über die lobenden Worte betreffs der lockeren und ungezwungenen Atmosphäre bei Glühwein und Osterwasser.

Passend gekleidet waren auch in Schlepzig die Besucher des Osterfeuers in wetterfester Kleidung, mit Schlapphut und Gummistiefeln, wobei Burkhard Henschelchen mit der Bemerkung, „ob hier die Vorbereitungen für einen nächtlichen Angelausflug laufen“ die Lacher auf seiner Seite hatte. Doch nicht zum Angelausflug, sondern ins Brauhaus zog schließlich die Schar der Zuschauer unter den Klängen von „Go matching in“ in einer Polonaise hinter den Musikern ins Trockene.

Glücklicher schätzten sich die Veranstalter der Osterfeuer am Gründonnerstag. Obwohl auch ihr Blick stets zum Himmel ging, hielt Petrus die Himmelstüren geschlossen und sogar der Vollmond blinzelte manchmal verstohlen durch die Wolkenlücken hindurch. In Steinkirchen an der alten Jägerbadeanstalt traf man sich um bis in die frühen Morgenstunden zusammen zu sitzen. Aber auch am Lübbener Ortsausgang der verlängerten Feldstraße loderte das Osterfeuer. „Eigentlich ist es immer angenehm, wenn man zu Ostern erstmals nach den langen Winterabenden gemeinsam mit den Nachbarn am Feuer sitzt“, meinte Sandy Miras, „doch diesmal war der Winter kein Winter und dafür muss man sich zum Osterfeuer warm anziehen“. Doch die Lübbener Boutique-Besitzerin und ihren Ehemann Heiko hielt das Wetter, wie auch viele andere Gäste, nicht davon ab, bis in die Morgenstunden am Osterfeuer zu sitzen.

„Klein, aber fein“, so Neuendorfs Ortsbürgermeister Hartmut Wedekind. „Schließlich haben wir nur 191 Einwohner und entsprechend muss das Osterfeuer auch kleiner ausfallen“, ist Wedekind überzeugt. Dass dies aber nichts mit der Gemütlichkeit zu tun hat, ergänzt seine Ehefrau. „Wir feiern in Neuendorf etwas anders als in Lübben“, ergänzt sie, während sie die Wärme des Feuers an der Lübbener „Three Oak Ranch“ auch am Samstag vor Ostern genießt und mit Bekannten und Freunden bei einem Becher Glühewein die Vorosterzeit ausklingen läßt.

 

 


 

11.03.2008 Lausitzer Rundschau

140 Frauen erleben erste Nacht der Mode

Hobby-Models schreiten über Schlepziger Laufsteg

Mit ihrer Idee, am Frauentag Modisches in einem unterhaltsamen Rahmen zu präsentieren, haben die Veranstalter der ersten Mode-Nacht in Schlepzig offenbar den Geschmack vieler Frauen in der Region getroffen. Rund 140 Damen erlebten im Gasthaus „Zum Unterspreewald“ in Schlepzig die erste „Nacht der Mode“.

Foto: Keilbach
Tragbare Mode für den Alltag bekamen die Zuschauerinnen im Saal während der Schlepziger Mode-Nacht zu sehen.
„Jugendliebe bringt, den Tag wo man beginnt“, singt Kathrin Jantke im Saal des Gasthauses „Zum Unterspreewald“ und bringt die große Frauenrunde an den Tischen in Stimmung. Mit Schlagern aus mehreren Jahrzehnten sorgt die Sängerin in Abwechslung mit der flotten Präsentation modischer Ideen für das Frühjahr und den Sommer für einen anregenden unterhaltsamen Abend.
Eingebettet in ein stimmungsvolles musikalisches Programm präsentierten zehn Hobby-Models eine vielfältige Palette tragbarer Mode für den Alltag. Sportliche Modelle konnten die Zuschauerinnen ebenso betrachten wie ansprechende Kombinationen, die mit unaufdringlicher Eleganz glänzten, aber durchaus bequem zu tragen sind.
„Es macht total Spaß, bei so einer Modenschau dabei zu sein“, erzählt Ines Krüger aus Schlepzig. Es ist ihre dritte Modenschau, bei der sie Hosen, Blazer, T-Shirts, Blusen und Weiteres aus der in Astrid Lehmanns Schlepziger Geschäft angebotenen Kollektion präsentiert. „Es ist immer aufregend und spannend, in die Gesichter der Zuschauer zu sehen und abzulesen, wie das ankommt, was ich zeige“, erklärt Ines Krüger, was an diesem Hobby begeistert. Spürbar ist während der Mode-Nacht, wie sich die Freude der Hobby-Models an ihren Auftritten auf das Publikum überträgt.
„Der Abend ist sehr abwechslungsreich gestaltet“, urteilt Inge Lehmann. Gekommen sei sie, weil sie sich für Mode interessiere und Anregungen holen wolle. Unter den vorgeführten Modellen habe sie auch schon etwas für sich entdeckt, „der Marine Look hat mir gut gefallen“, ergänzt die Schlepzigerin. Die Frauentagsfeier mit einer Modenschau zu verknüpfen, diese Idee hat auch eine Gruppe Frauen aus Groß Radden nach Schlepzig geführt. „Die dänische Mode hat uns gefallen, denn die Sachen kann man wirklich jeden Tag anziehen. Es ist etwas anderes, als man sonst in den Geschäften sieht“, schätzt Petra Müller ein. Die witzige Einlage von Gastwirt Michael Künzel, der zum Ende der Show als „Model“ auftrat, habe ihnen gut gefallen. „Davon hätte es ruhig noch mehr geben können“, so die Groß Raddenerinnen. „Die Idee, so eine Schau zum Frauentag zu veranstalten, finde ich schön und es war auch unterhaltsam. Die Sängerin hat uns gut gefallen“, sagt Gertraude Fleischer aus der Runde Schlepziger Seniorinnen. „Für Ältere war allerdings kaum etwas dabei“, resümiert sie.
„Wir wollten einfach mal etwas Neues ausprobieren und sehen, wie es ankommt. Ich bin gespannt auf die Resonanz in den nächsten Wochen“, sagt Modegeschäfts-Inhaberin Astrid Lehmann, die die Idee für diesen Abend gemeinsam mit Gastwirt Michael Künzel entwickelt hat. Für Michael Zoschenz von der Agentur „Rockzound“, der dieses Ereignis organisiert hat, steht bereits fest: „Es wird eine Fortsetzung geben.“

Von Birgit Keilbach

 

 

7.02.2008 Lausitzer Rundschau

Fastnacht ist nicht die einzige Auftrittsgelegenheit

Jubiläum für Schlepziger Kapelle «Klim Bim»

Schlepzig. Für „Klim Bim“, die Schlepziger Fastnachtskapelle, ist der Rosenmontagsumzug ein Jubiläum gewesen. Denn vor 30 Jahren war sie erstmals zur Fastnacht durchs Dorf gezogen.

Fast noch in Originalbesetzung mit Ernst Schiela, Dieter Hartock, Hans-Georg Hebler, Horst Schade, Manfred Götze und Wolfgang Miether als Gründungsmitglieder begleitete sie auch dieses Mal die Zamperer und den Umzug.
Fastnacht ohne Musik ist undenkbar. Das Ständchen für das Paar des Hauses, von denen es Eier, Speck und manchen Taler gibt, gehört dazu. „Doch wer sollte 1978 eine Kapelle bezahlen?“, erinnert sich Wolfgang Miether daran, weshalb die Männer die Schlepziger Fastnachtskapelle „Klim Bim“ gründeten. „Kirchenmusiker waren wir alle und hatten die Instrumente von unseren Vätern übernommen, die selbst bereits die Musik als Hobby hatten“, so Miether.
Mittlerweile ist aus der Fastnachts- eine Dorfkapelle geworden, denn beim Dorffest, aber auch bei Hochzeiten und Geburtstagen treten die Herren auf. „,Klim Bim’ gehört zum Dorf so wie der Rosenmontagsumzug“, freut sich Bürgermeisterin Heike Noah über ihre Dorfkapelle. Zwar sei die Kapelle doppelt so alt wie die Geschichte der Rosenmontagsumzüge in Schlepzig, ergänzt Fastnachtsvorsitzender Alwin Drexler, und fügt an, „dass man es den Herren aber nicht anhört“. (fs)

 

 

 

06.02.2008 Lausitzer Rundschau

300 Schlepziger in 30 Bildern beim 15. Umzug

Fröhliche Stimmung auf Schlepzigs Straßen

Schlepzig. Die Schlepziger und tausende Besucher, die zwischen Dorf- und Bergstraße teilweise ein dichtes Spalier bildeten, haben einen farbenfrohen Umzug im Konfetti- und Bonbonregen erlebt.

Foto: Frank Selbitz
Ein überdimensionaler «Fliegender Pilz» zählte zu den tollen Ideen, mit denen die Schlepziger erneut begeisterten.
Da schnaufte die „Spreewaldguste“ qualmend über die Straßen, und der sagenumwobene „Unterspreewälder Waldfotz“ hatte sich aus den Wäldern gewagt.
„Klein, aber fein“, das ist für den Vorsitzenden des Fastnachtsvereins, Alwin Drexler, die Grundidee des Rosenmontagsumzugs. „Wir können und wollen uns nicht mit Köln, Düsseldorf und Cottbus auf eine Stufe stellen, aber die lobenden Worte der Zuschauer sind Beweis dafür, dass wir mit unseren Ideen auf Augenhöhe zu den Hochburgen liegen.“
Seit 15 Jahren führt Prinz Alwin, diesmal begleitet von Jugendprinz Nico, den Umzug an. „Ich freue mich über die Vielfalt der Kostüme, die Ideen, die die Schlepziger entwickelt haben. Vor allem bin ich aber auf die Jugend stolz, die sich erneut ihren Platz in der Fastnacht bewahrt hat“, so der Jugendprinz.
Begeistert waren die Zuschauer, die oft selbst kostümiert den Umzug begleiteten. Superintendentin Ulrike Voigt, Pfarrerin in Schlepzig, freute sich, dass „das ganze Dorf auf den Beinen war. Besonders wohltuend empfinde ich die Herzlichkeit zwischen den Menschen, die im hektischen Alltag allzu oft verloren geht“ Rainer Koch und Monika Beer sprachen davon, dass „man die Zusammengehörigkeit im Dorf auch als Gast spürt“.
„Wir sind immer wieder gern in Schlepzig am Rosenmontag, denn der Umzug trägt fast familiären Charakter“, lobten Horst Heise und Ehefrau Gisela, die bei schönen Wetter mit dem Fahrrad aus Lübben gekommen waren. Für das schöne Wetter war Bürgermeisterin Heike Noah verantwortlich. Sie hatte sich beim Schlepziger Ölscheich Achmed als erste Haremsdame verdingt, denn „bekanntlich scheint im Reich des Scheichs immer die Sonne“. Dass dabei noch so mancher Taler in die Schlepziger Dorfkasse fließen könnte, wollte Heike Noah noch nicht bestätigen, aber die brennende Ölfackel zeigte eine sprudelnde Quelle an.
„Achilles“ Schulze hatte sich eigens für die Fastnacht ein Elektro-Mobile bestellt und begrüßte die Rosenmontagsumzügler vor seinem Grundstück mit „einem Schluck hochprozentigem Wasser“. Vom Schlepziger Hinterbackofen-Ballett bis hin zu den mit der Gondel aus Venedig angereisten „vornehmen Damen hinter der Maske“ – die Stimmung war ausgelassen und auch die Bewohner des Schlepziger Seniorenheims freuten sich über die Ständchen der Feiernden.
Schlepzig war wieder einmal zur Partymeile geworden. Es wurde den ganzen Nachmittag getanzt auf dem Dorfplatz und der Hauptkreuzung, bevor es dann beim Rosenmontagsball im Gasthof „Zum Unterspreewald“ bis Fastnachtsdienstag weiter ging.

Frank Selbitz

 

 

1.02.2008 Lausitzer Rundschau

Schlepziger bereiten den Umzug hinter verschlossenen Toren vor

Heimlichkeit in der Fastnachtszeit

Schlepzig. Alle Jahre wieder ist in Schlepzig in der Zeit vor Rosenmontag in den Garagen, Schuppen und Scheunen Hämmern und Werkeln zu hören. Keiner ist als Gast dann gern gesehen. Denn jeder der Hobbyhandwerker will mit seinem Rosenmontagsbild der Höhepunkt des Umzugs durch das Dorf sein.

Die RUNDSCHAU sprach darüber mit Bürgermeisterin Heike Noah.

Frau Bürgermeisterin, auf den Straßen in Schlepzig sieht man in diesen Tagen kaum einen Einheimischen. Warum«
In Anlehnung an das bekannte Weihnachtslied „So viel Heimlichkeit“ könnte man in Schlepzig weiter dichten, „in der Fastnachtszeit“. Dieser Vergleich beschreibt am besten die Situation im Dorf. Jeder baut mit Freunden und Bekannten an seiner Rosenmontagsüberraschung. Damit jeglicher Spionage vorgebeugt wird, werden dabei alle Türen geschlossen.

Die Fastnacht hat im Spreewald eine lange Tradition und trotzdem hebt sich Schlepzig heraus. Woran liegt das»
Vielleicht sind wir Schlepziger ein kleinwenig närrischer als die Menschen in den anderen Dörfern des Spreewalds. Das zeigt auch, dass beim diesjährigen, seit Ende des Krieges 62. Maskenball, 47 Masken in 14 Bildern dabei waren, während andererorts die Masken an einer Hand abgezählt werden konnten.

Der Startschuss in die Fastnachtszeit 2008 ist also gelungen. Welche Höhepunkte stehen in den nächsten Tagen an«
Natürlich die vier tollen Tage vom Freitag vor Fastnacht bis Rosenmontag, wenn im Dorf fast rund um die Uhr gezampert wird und es abends zum Tanz in den Saal im Gasthof „Zum Unterspreewald“ geht. Absoluter Höhepunkt wird dann der traditionelle und einzige Rosenmontagsumzug im Spreewald am 4. Februar sein, wenn wieder tausende Neugierige an der Umzugsstrecke im Dorf erwartet werden. Los geht es um 14 Uhr.

Worauf können sich die Neugierigen freuen»
Auf viele originelle Ideen der Schlepziger.

. . . und welche hat die Bürgermeisterin«
Das wird nicht verraten.

Würden Sie gern einmal einen Blick nach Straupitz als weiterer Fastnachts-Hochburg – dort wird die 130. gefeiert – werfen»
Sicherlich, aber dafür müssten die Straupitzer ihre Fastnacht verlegen. Denn als Bürgermeisterin Schlepzig während der vier tollen Tagen zu verlassen, das geht einfach nicht. Übrigens gilt das im Gegenzug auch für meinen Amtskollegen Winfried Rekitt in Straupitz, dem ich ebenso wie seinen Straupitzern ein tolles Jubiläum wünsche.

Mit HEIKE NOAH sprach Frank Selbitz

 

 

30.01.2008 Lausitzer Rundschau

Fischereigenossenschaft setzt 45 Exemplare bei Schlepzig ein

Quappen zappeln sich in Spreewälder Fließe

45 Quappen, im Durchschnitt ein Kilogramm schwer, hat die Fischereigenossenschaft «Unterspreewald» Schlepzig in das Zerniasfließ, die Quaasspree, den Schiewan, die Hauptspree und den Puhlstrom gesetzt. Ehe der einstige Spreewälder Brotfisch eintauchen konnte, wurde er vermessen, gewogen und markiert. Denn er soll überprüfen helfen, ob die Maßnahmen des Gewässerrandstreifenprojekts halten, was sie versprochen haben.

 

Foto: Fotos: Ingvil Schirling
Alle Hände voll zu tun hatte Fischbiologe Frank Frederich, der für die Fischereigenossenschaft «Unterspreewald» Schlepzig Quappen wog, vermaß und markierte. 45 Exemplare des einstigen Spreewälder Brotfisches wurden ins Wasser gesetzt.Zwischen 40 und 75 Zentimetern lang waren die gemessenen Quappen und 405 bis 2010 Gramm schwer.
Erst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen, heißt es landläufig. Für die Quappen scheint das auf den ersten Blick ebenso, als sie nach der Fahrt in Bottichen auf dem Autoanhänger gekäschert und markiert werden, ehe sie die Spree in Besitz nehmen können. Auf den zweiten Blick stellt Fischbiologe Frank Frederich fest: «Viele sind so schmal. Die haben bestimmt schon abgelaicht.»

Gelb markiert unter der Flosse
Auf das nächste Vergnügen, so scheint es, müssen die Quappen erst einmal eine Weile warten. Bis dahin erkunden sie im Dienste der Wissenschaft die Spreewälder Fluten. Die kleine gelbe Markierung unter der Rückenflosse trägt eine Nummer. Werden sie geangelt und meldet der Angler den Fang, kann nachvollzogen werden, welche Strecke sie bis dahin zurückgelegt haben und ob die Bauwerke durchlässig für den Fisch waren. «Wir arbeiten sehr gut mit dem Gewässerrandstreifenprojekt zusammen» , sagt Werner Görick, Schatzmeister der Genossenschaft.
Doch der Prüfauftrag ist nicht das einzige Anliegen, mit dem die Quappen in die Fluten entlassen wurden. «Es geht uns auch um die Nachhaltigkeit» , sagt Dietrich Janke, Fischbeauftragter der Genossenschaft. «Unser Hegeplan gilt bis 2009, und darin ist festgelegt, dass wir jedes Jahr Fische ins Wasser setzen.» Ihnen liege der spreewaldtypischste Fisch, der ehemalige Brotfisch für die Einwohner der Fließlandschaft, am Herzen. «Wenn man älter wird, dann sieht man die Natur und ihre Schönheit anders. Die Liebe zur Heimat wächst.»
Die Quappen-Bestände sind im Spreewald aus Gründen zurückgegangen, die bislang noch nicht ganz geklärt sind. Möglicherweise ist das Wasser zu warm geworden, denn die Quappe liebt es kühl. Um dem entgegenzuwirken, hat die Genossenschaft 2006 rund 280 der schönen Tiere mit der marmorierten Haut und dem flachen Kopf eingesetzt, ebenfalls mit kleinen gelben Fähnchen an der Rückenflosse, einer Nummer und zusätzlich einer Farbmarkierung an der Brust gekennzeichnet. Drei davon wurden außerdem mit Sendern ausgestattet. 2007 hat die Genossenschaft ebenso Hechte, Schleie, Karpfen und Welse eingesetzt sowie mit Hilfe eines EU-Förderprogramms 36 Kilogramm Aal. Fast 5500 kleine Glasaale waren es, sagt Görick, nur acht Gramm leicht im Durchschnitt.

Notwendiges Beruhigungsmittel
Da sind die Quappen jetzt von einem ganz anderen Kaliber. Ernst-August Lehmann, Vorsitzender der Genossenschaft, käschert sie aus den Bottichen, die auf zwei Autoanhängern stehen. Von dort kommen sie in einen anderen Zuber, dessen Wasser mit einem Beruhigungsmittel versetzt ist. Sonst wäre es unmöglich, sie zu vermessen und zu wiegen, weil sie sich zappelnd wehren. Trotz der leichten Betäubung biegt sich nicht nur einer wie ein U auf dem Tisch von Frank Frederich, der zu tun hat, sie mit beiden Händen gerade zu bekommen, um ihre volle Länge messen zu können. Ein paar Mal fliegt die kleine Mar kierpistole in hohem Bogen, getroffen von einem entschiedenen Flossenschlag, zu Boden. Frederich und seine Helfer brauchen schnelle Reaktionen, um gleichzeitig die Quappe festzuhalten und die Markierpistole wieder einzusammeln. Die Plastikschale auf der Waage kommt bedenklich ins Wanken, während so mancher Fisch darin zappelt.
Während Fredrich die Fische vom Vermessen zum Wiegen und zurück zum Markieren hebt, hält er sie manchmal weit von sich weg. Ein dünner Strahl Urin kommt aus dem Bauch, die Männer lachen. Einer der Fische verliert sogar etwas Sperma. Deutlich sind für die Tiere Angst und Stress mit der Aktion verbunden, die so schnell wie möglich abgewickelt wird.
Beim Markieren halten dann fast alle still. Routiniert setzt Frederich die Pistole direkt unter der Rückenflosse an. Am besten sei es, erklärt er, wenn er genau zwischen die feine Gräten-Verbindung zwischen Flosse und Körper treffe. Dann setze sich das Fähnchen wie mit einem Widerhaken fest.
Am Ende sind alle Quappen recht ruhig zurück in den Bottichen und erholen sich von Betäubung und Markierung. Die Männer, nebenbei versorgt mit Kaffee und Schokolade, machen sich auf den Weg in die Natur. In den Fließen bei Schlepzig werden sich die Quappen vielleicht bald so wohl fühlen wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser. Wer weiß, möglicherweise lässt das Vergnügen dann gar nicht mehr so lange auf sich warten.
Zum Thema Gewichtsklassen
Im Durchschnitt ein Kilogramm schwer sind die Quappen, die jetzt rund um Schlepzig eine neue Heimat gefunden haben. Die leichteste wog nur 405 Gramm, der schwerste 2010. Am kürzesten war das Exemplar mit 40 Zentimetern, am längsten das mit 75.
Die Fischereigenossenschaft «Unterspreewald» Schlepzig freut sich über eine Nachricht, wenn jemand eine markierte Quappe geangelt hat, unter der Rufnummer 035472/6 57 16.

Von Ingvil Schirling

 

 

12.01.2008 Lausitzer Rundschau

Eselskarren wird in Schlepzig aufgebaut

 

Foto: I. Schirling
Franz Jähne und Hubert Michlbauen den Eselskarren auf, der den Ortseingang von Schlepzig aus Richtung Lübben ziert. Seit Donnerstag steht die Spielskulptur, die Jürgen Bergmann von der Firma «Künstlerische Holzgestaltung» entworfen hat. Diese ist vor allem für den Freizeitpark Einsiedel bei Niesky tätig. Der Eselskarren, den sich die Schlepziger mit Hilfe von Fördermitteln leisten, ist begeh- und bespielbar, die Mehlsäcke, die auf ihm liegen, können von Kindern erklettert werden. Die Idee ist Teil eines Konzepts, nach dem in Schlepzig viele solcher interessanter Anlaufpunkte vorgesehen wären. Ob es umgesetzt wird, ist noch offen.

 

 

08.01.2008 Lausitzer Rundschau

62. Maskenball am Sonnabend

Kostümierte eröffnen Schlepziger Fastnacht

Schlepzig. Der Maskenball, der am Sonnabend, dem 12. Januar, ab 19 Uhr in der Gaststätte „Zum Unterspreewald“ stattfindet, ist der 62..

Das weiß Michael Künzel von seinem Großvater, „denn gleich im ersten Jahr nach dem Krieg, 1946, wurde die Tradition wieder belebt und seitdem fiel der Maskenball nur einmal, wegen der Maul- und Klauenseuche im Dorf, aus“.
Der Gastwirt hofft, dass sich wieder viele Masken zum Ball einfinden, „denn die Preise für die besten sind wie immer attraktiv“. Dass es 62 verschiedene Maskenbilder sind, glaubt er nicht. „Doch bei den Schlepzigern sollte man nie nie sagen“, weiß Künzel. „Ich kann mir schon vorstellen, dass im Dorf sich 62 Leute finden und in verschiedenen Bildern 62 Kostümierte auftreten.“ Auf jeden Fall ist für alle Masken der Eintritt frei, denn „das ist der geringste Lohn der viele Mühen“.
Auch Bürgermeisterin Heike Noah freut sich auf den Maskenball. „Damit wird die traditionelle Schlepziger Fastnacht eröffnet, die am Rosenmontag mit der Umzug ihren Höhepunkt erlebt“, sagt sie. Ob die Bürgermeisterin selbst unter den Masken sein wird, verrät sie nicht. Doch zum Rosenmontag wird man auch Heike Noah auf einem der vielen Umzugswagen sehen, verspricht sie. (fs)

 

 

07.01.2008 Lausitzer Rundschau

Reise in die Vergangenheit

 

Foto: Jens Golombek
Nur kurz war die Winterpause des Bauernmuseums Schlepzig. Jetzt lädt es wieder zu Reisen in die Vergangenheit ein mit Ausstellungen, in denen das Wohnen und Arbeiten in den vergangenen hundert Jahren im Unterspreewald dargestellt werden. Geöffnet hat es bis zum März dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr. Ab April werden die Besucher montags bis sonntags zwischen 10 und 16 Uhr erwartet. Führungen außerhalb dieser Zeiten können vereinbart werden (Tel. 035472/225, Fax 035472/640 24).

 

 

7.01.2008 Lausitzer Rundschau

Argentinierin verwöhnt mit Gesang und Ausstrahlung Konzertgäste und -veranstalter

Lily Dahab begeistert Schlepziger Publikum

Schlepzig. Während im Erdgeschoss des Schlepziger Brauhauses das Buffet die Gaumen erfreute, verwöhnte direkt darüber Lily Dahab im Rahmen der winterlichen „Jazz & Buffet“-Reihe Ohren und Seele zahlreicher Musikfreunde.

 

Fotos: Jens Golombek
Das Konzert von Lily Dahab empfand Veranstalterin Anja Römer «wie zwei Stunden Urlaub» . Ihre Begeisterung über die Sängerin teilte sie mit dem Schlepziger Publikum im Brauhaus.
Die Jazzmusikerin spielte schon gemeinsam mit Yvonne Catterfeld, Phil Collins, Freundeskreis, Udo Lindenberg. Am Sonnabend ließ sie im Schlepziger Brauhaus, unterstützt von ihrer neuen eigenen Band, ihre Stimme strahlen.
Lily Dahab wurde in Argentinien in Buenos Aires geboren. Neben Jazz und Pop hat sie spätestens nach dem Studium von Musik und Gesang auch noch Bossa Nova, Bolero und Tango im künstlerischen Repertoire. An der Seite von Madonna fand Lily Dahab mit dem Kinofilm «Evita» den Weg aus Südamerika heraus. Hauptrollen in Broadway-Musicals brachten sie ebenso wie Engagements auf Kreuzfahrtschiffen nach Europa.
Seit November lebt die Südamerikanerin in Berlin. Obwohl ihr Sprachkurs erst im Februar beginnt, klappt die Verständigung mit dem Pianisten Bene Aperdannier, Bassist Andreas Henze und Topo Gioia (Percussion) offensichtlich hervorragend. Stücke mit veränderter Tempi sorgten wie Instrumentalsoli für im Schlepziger Brauhaus ungewöhnlich kräftigen Applaus.
Inhaber Dr. Torsten Römer schwärmte von Stimmorgan und Ausstrahlung der Sängerin. „Und das vor allem nahezu unplugged, wir sind ja schließlich kein Elektroschuppen“, war er begeistert.
„Ich bin wunschlos glücklich“, sagte strahlend Ernst Lamping. „Erst anständig und geschmackvoll satt geworden, jetzt diese unglaubliche Vorstellung.“ Obwohl dann für die Kulturreihe ein Stammgast verloren ginge, könne er sich durchaus vorstellen, „mit Lily Dahab bis nach Südamerika zu tanzen“.
„Ich bin sehr stolz, diese phantastischen Musiker zu haben“, bedankte sich Lily Dahab bei ihren Künstlern. „Wir haben gestern zum allerersten Mal geprobt. Dass es heute schon so gut geklappt hat, ist ein göttliches Zeichen.“
„Die Anfahrt aus Lübben hat sich auf jeden Fall gelohnt“, sagte Simone Reusch. „Früher sind die Leute ja immer für die Kultur in die Stadt gekommen. Aber diese Klassik- und Jazz-Geschichten hier in Schlepzig dürften dies langsam aber sicher umkehren.“ „Das war wie zwei Stunden Urlaub“, fügte Anja Römer schwärmend an.
Den Höhepunkt der Saison sehen die Römers im Abend mit New Orleans und Dixieland von der „Jazz Family“ am 16. Februar. „Da kommen 400 Jahre geballte Jazz-Kompetenz auf uns zu“, freut sich Gastwirt Römer schon seit langem. „Aber auch die 20 Dudelsackspieler und Trommler von ,Pipes & Drums’ sind Anfang März auf jeden Fall einen Besuch wert.“ Bereits am 19. Januar wartet erstklassiger Jazz von und mit Björn Missal auf die Spreewälder. (jgk)

Jens Golombek

 

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